Rocky V

Filmposter Rocky V

4/10

Originaltitel: Rocky V
USA | 1990 | ca. 100 Min. | FSK: ab 12
Drama, Action, Sportfilm
Regie: John G. Avildsen
Drehbuch: Sylvester Stallone
Besetzung: Sylvester Stallone, Talia Shire, Burt Young, Sage Stallone, Tony Burton, Tommy Morrison u.a.
Kinostart: 20.12.90
DVD/Blu-Ray VÖ: 16.11.04

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Nach dem Sieg gegen den übermächtigen Russen Drago ist Rockys Gesundheit so angeschlagen, dass er seinen Rücktritt bekannt geben muss. Eine fatale Fehlinvestition seines Steuerberaters treibt ihn in den Ruin und zwingt ihn dazu, samt Familie zurück in seine alte Heimat in Philadelphia zu ziehen. Dort entdeckt er ein junges Talent namens Tommy Gunn, den er schließlich zu seinem Schüler macht. Tommy lässt sich von den krummen Machenschaften des berühmten Promoters George Washington Duke verführen, während Rocky zu spät die vernachlässigten Bedürfnisse seines Sohnes bemerkt.

Wie ist der Film?

„Rocky V“ ist der wohl am kompliziertesten zu beurteilende Teil der Reihe. Spätestens nach Teil 4 war klar, dass das etablierte, vorhersehbare Schema nicht noch einem Aufguss standhalten konnte und somit komplett überarbeitet werden musste, um einem weiteren Film überhaupt eine Daseinsberechtigung und Attraktivität zu verleihen. Mit löblicher Initiative krempelt Stallone die Saga zum Abschluss nochmal um und besinnt sich weitgehend wieder auf deren Wurzeln. Dabei passieren jedoch so viele taktlose Entgleisungen, dass dieses große Aufbäumen zum vermeintlichen Ende der Reihe kaum mehr als ein Griff ins Klo ist.

Was der ein- oder andere in den beiden vorangegangenen Rocky-Filmen vermisste, wird in „Rocky V“ bewusst in den Mittelpunkt gestellt, als müsse man alles nachholen: Einfühlsame Charakterstudien voller Beziehungskonflikte. Dabei bleibt für Rocky nicht einmal mehr Raum, um noch selbst in den Ring zu steigen. Für viele Grund genug, den Film zu verurteilen, stellt diese Idee doch zunächst einmal einen interessanten und nicht unlogischen Ansatz dar. Doch Stallone setzt die Idee auf eine Weise um, die seine Figur Rocky schließlich zu ihrer eigenen Karikatur verkommen lässt.

Schön, Rocky wieder in seinem alten, liebgewonnenen Umfeld zu sehen, wenn er auch mit ziemlich groben Handgriffen dort hin konstruiert wurde und dabei nicht sonderlich viel Glaubwürdigkeit besitzt. Stallone spielt seine Figur plötzlich wieder wie in den ersten beiden Filmen und wirkt damit etwas befremdlich. Schwamm drüber. Noch störender ist jedoch, wie viele Aufstiege, Fälle und Sinneswandel von Charakteren in diesen einen Film gepackt sind. Ist die Glaubwürdigkeit schon angekratzt, wird es mithilfe des Hip-Hop-Soundtracks auch noch peinlich.

Der Gipfel ist aber das unverzeihliche Finale, mit dem Stallone alles zerstört, was er zuvor mit ein paar guten Ansätzen aufbaute. Hier handelt Rocky wie ein Trottel gegen seine Prinzipien. Dabei wird sämtlichen teilhabenden Charakteren ihre Tiefe entzogen, bis sie auf dem Niveau von Comicfiguren angelangt sind. Egal ob Stallones Figuren diesmal zeitweilig oder gar durchgehend nerven, es hätte nicht so unsympathisch enden müssen. Bei all der gut gemeinten Melodramatik landet „Rocky V“ mehrmals einfach voll daneben.

Eine durchdachte Reparatur der durch viel banale Action geschädigten Reihe geht hier leider schief und endet geradezu in einem Desaster, da Stallone streckenweise das Taktgefühl völlig flöten geht. Bis hin zum wässrigen Ende ist „Rocky V“ der Tiefpunkt der Reihe, weil die an sich erfrischenden, wohlwollenden und interessanten Einfälle von Peinlichkeit und Schande durchzogen sind. In diesem Fall kann man wirklich von Glück reden, dass Stallone später noch den mit überzeugender Nostalgie-Power aufgeladenen sechsten Teil, „Rocky Balboa“, hinterher schickte.

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