Rubber

DVD-Cover Rubber

7/10

Originaltitel: Rubber
FR | 2010 | ca. 82 Min. | FSK: ab 16
Komödie, Horror, Mystery, Science-Fiction
Regie: Quentin Dupieux
Drehbuch: Quentin Dupieux
Besetzung: Stephen Spinella, Jack Plotnick u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 01.07.11/30.09.11

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bild © Capelight

Worum geht’s?

Irgendwo in der kalifornischen Wüste erwacht ein Autoreifen zum Leben, der mit telekinetischen Kräften zum Platzen bringen kann, was ihm über den Weg läuft. Als auch Menschen dran glauben müssen, macht sich die Polizei auf die Jagd. Das ganze Schauspiel stellt einen Film dar, den einige Menschen als Publikum am selben Schauplatz, jedoch aus sicherer Entfernung mittels Ferngläser beobachten.

Wie ist der Film?

WTF? So der für „What the fuck?“, sinngemäß „Was zur Hölle?“ stehende Modeausdruck, der auf „Rubber“ passt wie das Auto auf Reifen. „Rubber“ ist ein waschechter WTF-Film und löste eben jene Reaktion häufig aus, als er 2010 durch diverse Filmfestivals wie etwa Cannes rollte, erntete aber auch viele Lorbeeren. Und das zu Recht, denn „Rubber“ zielt nicht einfach nur auf Verstörung, sondern ist einer der originellsten, eigenwilligsten Filme der letzten Jahre.

Regisseur Quentin Dupieux, hinter dem sich übrigens auch der Elektro-Musiker Mr. Oizo verbirgt, welcher 1999 mit „Flat Beat“ einen Riesenhit landete, erzählt „Rubber“ als Hommage an die Grundlosigkeit der Dinge, sicherlich aber auch als Metapher auf das Verhältnis zwischen Kino und Publikum sowie Hollywood-Mechanismen. Jeder wird für sich selbst entscheiden müssen, wo genau zwischen komplexer Interpretierbarkeit und völligem Trash-Quatsch sich „Rubber“ bewegt.

Entscheidend ist, dass Dupieux ein gutes Gespür für gelungene Bildkompositionen (der Film wurde mit einer verhältnismäßig simplen Digitalkamera gedreht) beweist und es ihm wirklich gelingt, diesen Reifen trotz natürlich komplett fehlender Mimik, ohne aufwändige Computereffekte zum Leben zu erwecken, indem er zu Beginn dessen ‚Geburt‘ inszeniert, wie erwähnt clevere Perspektiven und Bildausschnitte wählt sowie durch den schrägen Soundtrack Gefühle vermittelt, die mit einem Stück Gummi so gut wie nicht visualisierbar sind. Zusätzliche Unterstützung leistet ein solides menschliches Ensemble, darunter herausragend Stephen Spinella als Lieutenant Chad und Jack Plotnick als ‚der Buchhalter‘.

„Rubber“ ist kein Horror, obwohl es um einen Mörder geht und Splatter-Effekte eingesetzt werden. Es ist aber auch keine Komödie, obwohl zweifellos ein kurioser Humor regiert. Einfach ein durch und durch skurriler, für seine Idee vielleicht etwas zu langer, für Freunde des Alternativen dennoch zu empfehlender Low-Budget-Film, wie er einem nur sehr selten über den Weg rollt.

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