Schtonk!

DVD-Cover Schtonk

7.5/10

Originaltitel: Schtonk!
DE | 1992 | 115 Min. | FSK: ab 6
Komödie, Satire
Regie: Helmut Dietl
Drehbuch: Helmut Dietl, Ulrich Limmer
Besetzung: Uwe Ochsenknecht, Götz George, Veronica Ferres, Christiane Hörbiger, Harald Juhnke, Ulrich Mühe u.a.
Kinostart: 12.03.92
DVD/Blu-Ray VÖ: 31.01.00/15.01.16

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © EuroVideo Medien GmbH

Worum geht’s?

Der gewiefte Künstler Fritz Knobel verkauft einem Alt-Nazi ein gefälschtes Tagebuch, angeblich vom Führer persönlich. Reporter Hermann Willié erfährt von dem Fund und wittert eine journalistische Sensation. Auf der Suche nach weiteren Nazi-Schätzen macht er Knobel ausfindig und schließt einen für beide Seiten folgenschweren Deal ab.

Wie ist der Film?

Szenenbild Schtonk!Es war eines der größten Debakel deutscher Pressegeschichte, als das renommierte Nachrichtenmagazin Stern 1983 Adolf Hitlers Tagebücher enthüllte und diese sich kurz darauf als Fälschung erwiesen. Eine Geschichte, deren Umstände fast zu bizarr sind, um wahr zu sein – und damit perfekten Satirestoff abgeben. Für die Hollywood-Aufarbeitung hätte ein Thriller à la „Die Unbestechlichen“ nahegelegen, doch Helmut Dietl kam zuvor, spottete nach Herzenslust und traf den Nagel damit umso deutlicher auf den Kopf.

Die Charaktere sind Karikaturen. Ausgerechnet Harald Juhnkes Figur bildet die einzige Ausnahme, denn der skandalumwobene Alkoholiker glänzt in seiner Journalistenrolle mit Bodenständigkeit. Dafür geht Götz ‚Schimanski‘ George als Starreporter in großartigem Overacting auf. Eine bezeichnende Prämisse für diese Groteske, die auch darüber hinaus mit lauter spielfreudiger Prominenz besticht. Beschwingte, raffiniert ausgesuchte Musik treibt die Stimmung stets voran. Slapstick-Einlagen sowie klamaukige Dialoge wirken erstaunlich angebracht und einfach urkomisch. Bei aller Übertreibung hält sich der Film, dessen Titel auf Charlie Chaplins Führer-Fantasiesprache in „Der große Diktator“ anspielt, bemerkenswert eng an wahre Ereignisse.

Lang ist’s her, doch „Schtonk!“ zeigt sich auch über 20 Jahre später handwerklich tadellos, während der überzeichnete Humor mit den Jahren eigentlich nur charmanter wird. Eine köstliche Abrechnung mit medialer Sensationsgier und Nazi-Kult, die zu den wichtigsten deutschen Komödien zählt.

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