Serien-Spezial: Familie Braun

Familie Braun

5/10

Originaltitel: Familie Braun
DE | 2016 | ca. 6 Min. | FSK: ?
Komödie, Drama
Idee: Manuel Meimberg
Drehbuch: Manuel Meimberg
Besetzung: Edin Hasanovic, Vincent Krüger, Nomie L. Tucker u.a.
DVD/Blu-Ray VÖ: ?

Links zur Serie:
IMDb | Wikipedia | ZDF | komplette Serie auf YouTube
Bilder © ZDF / c.pausch-fotografie

Worum geht’s?

Thomas und Kai sind zwei junge Neonazis, die zusammen in einer WG leben und gerne YouTube-Videos produzieren. Eines Tages klingelt an der Tür eine dunkelhäutige Frau, die Thomas ein dunkelhäutiges kleines Mädchen übergibt – seine Tochter Lara. Die ungebetene neue Mitbewohnerin stellt das Leben der beiden Hitler-Fans gehörig auf den Kopf.

Wie ist die Serie?

Szenenbild Familie BraunMit acht Minifolgen und einer Gesamtlaufzeit von kaum 45 Minuten liegt auf der Hand, dass „Familie Braun“ sehr kompakt und kurzweilig, aber eben auch oberflächlich ausfällt. Die Prämisse ist in ihrer Einfachheit irrational, die Protagonisten sind Karikaturen, ihre Entwicklungen plump. – Der gewählte (und hoffentlich nicht einzige) Weg einer ZDF-Produktion, um eine junge Zielgruppe zu erreichen. „Familie Braun“ wurde nämlich als Webserie konzipiert und von diversen Größen der deutschen YouTube-Szene unterstützt; entsprechend leichte Unterhaltung kommt dabei heraus.

Figurenkonstellation und Prämisse seien „bewusst metaphorisch vereinfacht und satirisch überhöht“, erklärt Autor Manuel Meimberg. Ein nachvollziehbarer Ansatz für schnell konsumierte und geteilte Videos, doch derartige Vereinfachung ist bei Satire über rechtes Gedankengut völlig überholt. „Familie Braun“ fasst Offensichtliches als Schenkelklopfer zusammen, schafft glasklare Fronten und schießt in Zeiten „besorgter Bürger“ am Ziel eines Weckrufs vorbei. Denkanstöße darüber, wo Rassismus eigentlich beginnt drängen sich bei der hochrelevanten Grundidee auf; Spott über Nazi-Klischees ist, was man bekommt.

„Familie Braun“ dekonstruiert leere Ideologien mit Klamauk und erzeugt im Minutentakt befreiendes Schmunzeln über Nazi-Idioten, wie auch emotionale Besinnungsmomente vom Reißbrett. Eine grundsolide Wohlfühl-Komödie für zwischendurch, sympathisch gespielt von vielversprechenden Nachwuchsstars. Nur hätte eine aktuelle deutsche Produktion mit so einer Thematik noch so viel mehr leisten können, noch so viel relevanter sein können. Für den schnellen Klick auf den erhobenen Daumen wird immenses Potential gnadenlos verschenkt.

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