Houdini

DVD-Cover Houdini

5.5/10

Originaltitel: Houdini
USA, CA | 2014 | ca. 174 Min. | FSK: ab 12
Drama, Biopic
Regie: Uli Edel
Drehbuch: Nicholas Meyer
Besetzung: Adrien Brody, Kristen Connolly, Evan Jones u.a.
DVD/Blu-Ray VÖ: 16.04.15

Links zur Serie:
IMDb | Wikipedia
Bilder © STUDIOCANAL

Worum geht’s?

Erik Weisz wächst im späten 19. Jahrhundert in einer jüdischen Familie auf und wählt seinen Künstlernamen Harry Houdini in Anlehnung an den französischen Magier Jean Eugène Robert-Houdin. Die Kunst der Magie fasziniert ihn schon als Kind, sodass er bald seine eigenen Auftritte entwickelt. Als Erwachsener erobert Houdini die Welt, speziell mit Entfesselungstricks. Ehefrau Bess assistiert. Immer auf der Suche nach neuen Publikumsmagneten, begibt er sich in viele Gefahren.

Wie ist die Serie?

Szenenbild HoudiniDem berühmtesten Entfesselungskünstler / Illusionisten aller Zeiten wird „Houdini“ von Regisseur Uli Edel („Der Baader Meinhof Komplex“) und Autor Nicholas Meyer („Elegy“) nicht ganz gerecht. Bei der in vier Teilen auf Sky Atlantic ausgestrahlten Miniserie handelt es sich eigentlich um einen Zweiteiler – zwei halbgare Filme, die interessante Stationen in Houdinis Leben abhandeln, für seine Shows zu begeistern wissen, aber selten wirklich in die Materie eintauchen.

Während so manche Serie nicht zum Punkt kommt und viel zu viele Folgen bemüht, gilt bei „Houdini“ der umgekehrte Fall: Die Biografie wirkt übereilt, wie eine Reportage, bestehend aus den berühmten ‚nachgestellten Szenen‘. Um das filmische Medium auszuschöpfen, braucht es eine flüssigere Erzählung, entweder als Lebensgeschichte in aller Ruhe, oder konzentriert auf den spannendsten Lebensabschnitt. Der Zweiteiler dümpelt mit zerstückeltem Drehbuch zwischen den Stühlen. Zugegeben: Dass der Protagonist ständig in der Welt herumreist, verstärkt diesen zerstückelten Eindruck noch.

Hauptdarsteller Adrien Brody („Der Pianist“, „Darjeeling Limited“) macht seine Sache gut, auch ohne optische Ähnlichkeit mit dem echten Houdini, erhält unter Uli Edels plakativer Regie aber kaum Gelegenheit, um sich zu entfalten. Kristen Connolly („The Cabin in the Woods“) alias Mrs. Houdini besitzt mit ihren Kulleraugen einen besonderen Charme und spielt ihre bis dato anspruchsvollste Rolle, aber leider wirkt das Paar aufgesetzt.

In Teil 2 verlagert sich der Erzählschwerpunkt plötzlich auf Houdinis Wahn, vorgetäuschte Geisterbeschwörung zu entlarven. Doch auch als die Serie ein konkretes Thema gefunden zu haben scheint, kommt sie zu keinem befriedigenden Ergebnis, ebenso wenig wie die Andeutungen über Houdinis ödipales Verhältnis zu seiner Mutter. Am Ende tritt der Showmaster sang- und klanglos ab.

Wenn Houdini seine großen Tricks vorführt, kommt der moderne Inszenierungsstil zum Tragen und sorgt für einige spannende Momente. Darüber hinaus wirkt die gewählte Ästhetik deplatziert, angefangen bei der unruhigen, weitgehend elektronischen Musik bis hin zu cool gemeinten Jumpcuts und Zeitlupen, die letztlich verhindern, dass man sich ins 19./20. Jahrhundert zurückversetzt fühlt.

„Houdini“ erweist sich als wirklich ambitioniertes Projekt mit fähigem Hauptdarsteller, leidet aber stark unter der oberflächlichen Erzählweise. Für einen relativ kurzweiligen Überblick über das Leben des berühmten Zauberkünstlers genügt es allemal.

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1 Kommentar

  1. Hi Philipp,

    ich teile deine Meinung. Bei mir hat er 3,5 von 5 Punkten bekommen. Das mit der Musik ist teilweise schon sehr nervig. Sehr interessantes Thema, leider etwas verschenkt.

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