Shaft

Filmposter Shaft

5/10

Originaltitel: Shaft
USA | 1971 | ca. 96 Min. | FSK: ab 16
Exploitation, Action, Thriller, Krimi, Romanadaption
Regie: Gordon Parks
Drehbuch: Ernest Tidyman, John D.F. Black
Besetzung: Richard Roundtree, Moses Gunn, Charles Cioffi u.a.
Kinostart: 09.08.72
DVD/Blu-Ray VÖ: 22.02.01

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

John Shaft ist Privatdetektiv und Frauenheld. Er streift durch die Straßen New Yorks und lässt sich von niemandem unterkriegen, auch nicht von den weißen Polizisten, mit denen er immer wieder zu tun hat. Nachdem Shaft ein paar Gangstern, die ihm auflauern, den Garaus macht, stellt sich heraus, dass deren Boss Bumpy einen Auftrag für ihn hat. Bumpys Tochter wurde entführt. Auf der Suche nach dem Mädchen und den Tätern gerät Shaft in viele gefährliche Situationen, findet aber auch Verbündete.

Wie ist der Film?

„Shaft“, heute vor allem in der Version mit Samuel L. Jackson (2000) bekannt, bereitete während des neuen afroamerikanischen Selbstbewusstseins nach der Bürgerrechtsbewegung den Weg für den starken schwarzen Mann im Hollywood-Kino. Der titelgebende Superdetektiv stellt daher eine Schlüsselfigur in der Filmgeschichte dar und wird dafür noch heute gefeiert. Das ändert allerdings nichts daran, dass sein Abenteuer eine recht dünne und übermäßig dialoglastige Geschichte ist, die nie Eigendynamik entwickelt, sondern immer wieder neu angetrieben werden muss.

Eine arg schwammige Tonspur, teilweise holpriger Schnitt und eine allgemein unsichere bis dilettantische Inszenierung machen den auf dem gleichnamigen Roman basierenden „Shaft“ zum waschechten B-Movie. Musik und Titelsong von Soullegende Isaac Hayes gewannen damals sogar den Oscar, wirken aus heutiger Sicht allerdings plakativ, wenn nicht gar unfreiwillig komisch, besonders wenn der Gesangstext erklingt. Den Charme dürfte am ehesten das leicht hölzerne Schauspiel mit dem bemühten Vortragen lockerer Sprüche ausmachen.

Wenn Hauptdarsteller Richard Roundtree mit seinem verschmitzten Lächeln auch charismatisch ist, die Heroisierung und Sexualisierung seiner Figur wirkt etwas aus der Luft gegriffen, hat der Film trotz solidem Showdown doch weit mehr Reden als Taten zu bieten und greift auf unbegründet in die Handlung gezwungene, dann aber doch feige verhüllte Erotikszenen zurück. Glanzvolle Momente sind rar. Wenigstens gibt es da die amüsante Szene in der Bar (in der überraschenderweise ein schwuler Sidekick auftaucht).

„Shaft“ lebt vom schäbigen Schauplatz New York City und einem überdeutlichen Anti-Rassismus-Statment, ist – wie ironisch – gleichzeitig aber auch frauenfeindlich. Eine gewisse Pionierleistung ist diesem Polizeifilmchen nicht abzusprechen; eindrucksvoller und unterhaltsamer gelang dies aber den Genre-Nachfolgern „Ein Fall für Cleopatra Jones“, „Coffy – Die Raubkatze“ und „Foxy Brown“, die die schwarze Powerfrau etablierten. „Shaft“ war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und avancierte deshalb zum Kultfilm, ist inhaltlich aber mehr oder weniger Murks, lediglich filmhistorisch bedeutsam. Da wundert es nicht, dass die beiden Fortsetzungen „Liebesgrüße aus Pistolen“ und „Shaft in Afrika“ trotz großer Beliebtheit der Hauptfigur nur geringe Beachtung fanden.

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