Sharknado – Genug gesagt!

DVD-Cover Sharknado

4/10

Originaltitel: Sharknado
USA | 2013 | 86 Min. | FSK: ab 16
Horror
Regie: Anthony C. Ferrante
Drehbuch: Thunder Levin
Besetzung: Tara Reid, Ian Ziering, John Heard u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 08.11.13

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | WVG
Bild © Delta Music & Entertainment

Worum geht’s?

Ein Sturm auf hoher See wandelt sich zu einem Tornado vor der Küste von Los Angeles. Das Wasser wirbelt zahlreiche hungrige Haie auf, die an Land geweht werden und um sich beißen. Der Surfer und Barbesitzer Fin fährt mit seiner Mitarbeiterin Nova und seinem Freund Baz durch die unter Wasser gesetzte Stadt, um seine Frau und seine Tochter zu retten.

Wie ist der Film?

Manchmal werden Filme beim Publikum zum Selbstläufer, ohne dass sie etwas Besonderes leisten, wofür „Sharknado“ ein hervorragendes Beispiel darstellt. Gut, es ließe sich natürlich sagen, „Sharknado“ sei ein besonders irrsinniger und damit neugierig machender Titel. Doch in Anbetracht der Tatsache, dass nicht viel weniger ulkige Namen wie „Sharktopus“, „2-Headed Shark Attack“ und „Snow Shark“ bereits einige Zeit vorher existierten, muss man es dem Zufall zuschreiben, dass schließlich „Sharknado“ ein derart ausgeprägtes Medienecho auslöste. Die Welle des billig produzierten, überzeichneten Haihorrors beglückt Trash-Fans schon seit Ende der 2000er, doch sozialen Netzwerken wie Twitter sei Dank ist sie derzeit im Mainstream so präsent wie noch nie. Kurzum: Das kleine Popkulturphänomen „Sharknado“ ist eigentlich nur ein weiterer Schrottfilm.

Vielleicht ist „Sharknado“ wirklich die Idee, die auf das ganze Subgenre zurückblickt, um noch einen draufzusetzen, jedoch gab es schon so viele ähnlich absurde Haiangriff-Varianten, dass „Sharknado“ seinem überdurchschnittlichen Ruhm nicht gerecht wird. Im Grunde ist alles wie immer: abgehalfterte Stars, dilettantische Computereffekte und Handlungen bar jeder Logik. Dahinter steckt die B-Movie-Produktionsfirma ‚The Asylum‘, die sich hauptsächlich auf unendlich dreiste Imitate von Kinoerfolgen (siehe etwa „Snakes on a Train“) spezialisiert, hier aber immerhin ein Originalprodukt, um nicht zu sagen originelles Produkt vorweist, das sich der eigenen Absurdität stets bewusst ist.

Angefangen bei der kläglichen Tricktechnik über einen wirren Schnittrhythmus bis hin zur schlampigen Farbkorrektur sorgt der Film dafür, dass seine einzelnen Einstellungen in der Regel schlichtweg nicht zusammenpassen und so auch keine flüssige Erzählung bilden können. Die Fischkatastrophe gibt sich merklich Mühe, durch die Möglichkeiten der Montage preiswerte filmische Illusionen zu erzeugen – und scheitert praktisch jedes Mal. Schauspielerisch zeigt sich „Sharknado“ vergleichsweise annehmbar. Man könnte meinen, dass die leider altgewordene Tara Reid („American Pie“) den anderen zeigt, wo es langgeht, zumal sie die berühmtesten Referenzen besitzt, allerdings wirkt sie in der Besetzung noch am unmotiviertesten und verlorensten. Ihre Kolleginnen und Kollegen machen unterdessen das Beste aus dem ganzen Quatsch und wirken spielfreudig.

Obwohl „Sharknado“ zahlreiche Gesetze der Physik auf das Frechste ignoriert, hätte der Plot noch etwas dämlicher geschrieben und inszeniert sein müssen, um wirklich zum ultimativen Trash-Spaß zu reifen oder den Titel „schlechtester Film aller Zeiten“ verdient zu haben, denn irgendwo ist darin auch ganz schön viel Herzblut in Kombination mit gesunder Selbstironie zu erkennen. Es bleibt ein völlig bekloppter Hai-Film mit ein paar interessanten Ideen, der schlecht gemacht ist und damit solide unterhält. Gemäß dieser Rezeptur wird der US-Fernsehsender SyFy, für den „Sharknado“ produziert wurde, noch viele Nachfolger zeigen. Immerhin werden die zugehörigen DVDs und Blu-rays den Neugierigen zu humanen Preisen angeboten.

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