Sherlock Holmes

Filmposter Sherlock Holmes

6.5/10

Originaltitel: Sherlock Holmes
USA | 2009 | 128 Min. | FSK: ab 12
Abenteuer, Thriller, Krimi, Komödie
Regie: Guy Ritchie
Drehbuch: Michael Robert Johnson, Anthony Peckham, Simon Kinberg, Lionel Wigram
Besetzung: Robert Downey Jr., Jude Law, Rachel McAdams, Marc Strong, William Hope u.a.
Kinostart: 28.01.10
DVD/Blu-Ray VÖ: 02.06.10

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Nachdem der berühmte Detektiv Sherlock Holmes monatelang ohne eine echte Herausforderung in seinen Räumlichkeiten dahinvegetiert, führt sein langjähriger Freund und Assistent Dr. Watson ihm einen neuen Fall der besonderen Art vor Augen. Der böse Lord Blackwood macht durch eine Serie von Ritualmorden auf sich aufmerksam. Er scheint sich übernatürliche Mächte angeeignet zu haben und selbst seine Hinrichtung bereitet ihm keine Sorgen. Endlich kann Holmes wieder sowohl seinen messerscharfen Verstand als auch seine harten Fäuste einsetzen.

Wie ist der Film?

Die erste fette Hollywood-Produktion des Briten Guy Ritchie („Snatch“, „Bube, Dame König, grAs“) ist mehr „fett“ und „Hollywood“ als „Guy Ritchie“; ein Mainstream-Blockbuster zum Spaß haben. Ohne zu stolpern gelingt Ritchie dieser Wandel natürlich nicht.

Zugunsten einer hochstilisierten Optik wird der britischen Kultgeschichte um den legendären Meisterdetektiv ein bisschen die Seele ausgesaugt. „Sherlock Holmes“ bedient sich beim Schnitt nicht selten einer „Saw“-Ästhetik und klotzt mit aufwändigen Kamerafahrten sowie einem perfektionistischen Hochglanz-Szenenbild. So modern der Inszenierungsstil, so altbewährt wirkt die Geschichte, welche trotz der geradezu hastigen Machart öfter droht, ins Plätschern zu geraten und bis zur kecken Auflösung auch in den Hintergrund zu treten scheint. Denn ganz offensichtlich ist alles auf den coolen Look und den Hauptdarsteller zugeschnitten.

Robert Downey Jr. ist ja auch eine Attraktion. Als Sherlock Holmes stellt er quasi einen neuen Jack Sparrow dar. Wie Johnny Depp gewann Downey Jr. mit dem Alter an Sexappeal, was sich die Filmemacher in diesem Fall mit diversen (Halb-) Nacktszenen schamlos zunutze machen. Doch das soll nicht von mangelnden Schauspielqualitäten ablenken. Downey Jr. liefert eine famose Darbietung, bei der er Clown und Gentleman auf brillante Weise vermischt. Der auch nicht gerade untalentierte Jude Law an seiner Seite spielt einen zwar etwas befremdlichen, aber immerhin frischen und sympathischen Watson. Auf die restlichen Darsteller einzugehen lohnt nicht, angesichts des spaßigen Duos im Zentrum, das übrigens von recht markanten Klängen aus der Feder von Hans Zimmer begleitet wird.

Als im 19. Jahrhundert angelegter Krimi ist „Sherlock Holmes“ in etwa so glaubwürdig wie „Wild Wild West“ als Western. Das dürfte nicht zuletzt an den vielen Bildern liegen, die gnadenlos durch den Computer gejagt wurden und sich dies oft allzu deutlich ansehen lassen. Doch es geht ja ohnehin viel mehr darum, dem Publikum einfach Laune zu machen, was dank des Hauptdarstellers letztlich weitgehend gelingt. Ritchie verzichtet in seinem Film auf das sorgfältige Aufpolieren der Kultfigur, sondern schafft etwas Neues zur reinen Unterhaltung, lediglich inspiriert von einer gewissen literarischen Vorlage. Geht noch in Ordnung. Robert Downey Jr. setzt mit „Sherlock Holmes“ nach „Iron Man“ schon zum zweiten Mal den Startschuss für eine Filmreihe mit Potential.

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