Shoppen

Filmposter Shoppen

7/10

Originaltitel: Shoppen
DE | 2006 | ca. 91 Min. | FSK: ab 0
Komödie, Liebesfilm, Drama
Regie: Ralf Westhoff
Drehbuch: Ralf Westhoff
Besetzung: Katharina Schubert, Julia Koschitz, Thomas Limpinsel, Stephan Zinner, Tanja Schleiff u.a.
Kinostart: 03.05.07
DVD/Blu-Ray VÖ: 16.11.07

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

In München nehmen neun Frauen und neun Männer an einem Speed-Dating teil. Von Machos über Ökos, Plappermäuler, Zicken bis hin zum Romantiker ist quasi alles vertreten. Nach fünfminütigem Gespräch wird gepfiffen und die Männer rücken einen Platz weiter. Am Ende werden Namen angekreuzt und zweite Treffen organisiert. Die kunterbunte Paarbildung bringt sowohl positive als auch negative Überraschungen zutage.

Wie ist der Film?

Anprobieren, mit nach Hause nehmen, oder doch wieder weglegen – Der interessanteste Shoppingartikel ist immer noch der Mensch.

Das mit dem Bayrischen Filmpreis ausgezeichnete Langfilmdebüt von Regisseur und Autor Ralf Westhoff, gespielt von einem glänzenden Ensemble, das größtenteils aus der Theaterbranche stammt, ist eine wirklich schöne Idee, so simpel wie unterhaltsam. Die schlichte Speed-Dating-Kulisse bietet ein weites Feld, um sich mit kessen Dialogen richtig auszutoben. Genau das gelingt Westhoff wunderbar, und noch ein Stückchen mehr. „Shoppen“ bedient genüsslich Stereotypen, verleiht den selbigen aber auch ein bisschen Tiefe, alles ohne sich lange irgendwo aufzuhalten. So gelang eine frische, spritzige Komödie, die manchmal einfach nur herrlich skurril und manchmal einfach nur zum Schieflachen wahr ist. Zugunsten der Unterhaltung ist „Shoppen“ in einigen (Dialog-) Momenten auch mal arg aufgesetzt und konstruiert, dafür aber stets witzig.

Es ist naheliegend, einen Film, in dem nur geredet wird, abzulehnen. Doch jeder, der sich mit dem unfreiwilligen Singleleben und dem alltäglichen Aneinandergeraten der Geschlechter identifizieren kann, wird mit „Shoppen“ etwas anfangen können. Eine entscheidende Stärke des Films ist, dass er immer dann, wenn das Konzept gerade allmählich anfängt, langweilig zu werden, ein neues Kapitel aufschlägt. Die lebendige Kameraführung, das gute Timing und der durchdachte Schnitt tragen hier wesentlich zum Gelingen bei.

Man darf wirklich gespannt sein, was Westhoff als nächstes einfällt, denn sein abendfüllender Erstling ist durchaus eine Bereicherung für den humorvollen deutschen Film. Eine freche und scharfsinnige Single-Komödie, die schließlich noch den ein- oder anderen urkomischen Kommentar zum Thema „Ironie des Schicksals“ unterbringt und zudem immer auch einen Hauch Ernst und Tragik mitschwingen lässt. Der ernste Aspekt wird am Schluss plötzlich ausgebaut und wirkt daher irritierend, doch trotz dieser kleinen Unstimmigkeit ist „Shoppen“ nur zu empfehlen. Allein schon, weil man als Zuschauer automatisch selbst am Speed-Dating teilnimmt, sich nach einigem Abwägen seine Lieblinge herausfiltert und gespannt schaut, wie es weiter geht.

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3 Kommentare

    • Wikipedia nennt im „Speed-Dating“ Artikel auch beide Filme in einem Absatz. Ich müsste den anderen nochmal sehen…

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