Slumdog Millionär

Filmposter Slumdog Millionär

8.5/10

Originaltitel: Slumdog Millionaire
USA, GB | 2008 | 120 Min. | FSK: ab 12
Abenteuer, Drama, Komödie, Liebesfilm, Romanadaption
Regie: Danny Boyle
Drehbuch: Simon Beaufoy
Besetzung: Dev Patel, Freida Pinto, Anil Kapoor u.a.
Kinostart: 19.03.09
DVD/Blu-Ray VÖ: 26.10.09

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Der junge Jamal Malik sitzt in der indischen Ausgabe von „Wer wird Millionär“ und hangelt sich bis ins Finale. Skeptiker von allen Seiten fragen sich, wie der Teenager aus den Slums so viel wissen kann. Ein Verdacht auf Betrug führt Jamal sogar zur Polizei. Dort erzählt er von seiner mehr als abenteuerlichen Vergangenheit, die ihm das Wissen um die richtige Antwort jeder einzelner Quizfrage einbrachte, und warum er eigentlich im Fernsehen um die Millionen kämpft: Das Wiederfinden seiner großen Liebe.

Wie ist der Film?

Nachdem die unglaublich erfolgreiche Bollywood-Welle endgültig nach Europa geschwappt ist, kommt vom britischen Regisseur Dany Boyle ungeahnt ein genialer Schachzug. Er drehte einen indischen Film, voller für uns exotischer Bilder und Klänge, Action und Romantik, doch, anders als in typischen Bollywood-Produktionen, mit einer Liebesgeschichte ohne Kitsch und einem guten Sinn für sowohl Realismus als auch Humor. Das alles ist natürlich der Buchvorlage „Q and A“ des indischen Autors Vikas Swarup zu verdanken, welche nun vom eindeutig richtigen Mann auf die Leinwand gebracht wurde.

Dany Boyle („Trainspotting“) scheint sein Handwerk zu verstehen wie kein zweiter, denn Darsteller, die teilweise noch nie bei großen Filmproduktionen dabei waren, spornt er zu hervorragenden Leistungen an. An erster Stelle ist da natürlich der junge Dev Patel zu nennen, der eine so sympathische Hauptfigur abgibt, dass man sich sofort auf seine Seite schlägt.

Selten ist eine Filmgeschichte so innovativ und charmant zugleich. Hier verschmelzen Kulturen, vermischen sich Märchen und Realität, Tragikomödie und Lovestory. Die verschiedenen Handlungsstränge sind kunstvoll aber überschaubar ineinander verwoben, sodass man ein abwechslungsreiches, spannendes und in sich stimmiges Gesamtbild erhält. Dank der grandios aufspielenden Gruppe von Nachwuchsdarstellern ist das nötige Mitgefühl seitens des Zuschauers gar kein Problem. Die stärksten Momente von „Slumdog Millionaire“ sind dabei die spannungsgeladenen Szenen gegen Ende, wo die Möglichkeiten der thematisch im Mittelpunkt stehenden Quizshow voll ausgenutzt werden.

So ergreifend, wie es unlängst bei dem wiederum sehr amerikanischen Werk „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ für zahlreiche Kinobesucher wurde, ist „Slumdog Millionaire“ nicht, doch die absolut erfrischende Andersartigkeit von Dany Boyles Geniestreich bewirkt einfach eine entwaffnende Sympathie. Große Gefühle gibt es natürlich auch hier, doch inszeniert werden diese immer mit Stil, einer gesunden Portion Humor und gutem Gespür für ansprechende Bilder und treibende Musik. Eine Bollywood-Hommage am Ende lies Boyle sich auch nicht nehmen. Doch diese ist mit so einer Selbstironie vorgetragen, dass man einfach nur lächelnd in den Abspann entlassen wird.

„Slumdog Millionaire“ ist bei unzähligen Preisverleihungen der Sieger der Herzen, und, dank der hochwertigen Produktion, meist auch der tatsächliche Gewinner. Zu Recht.

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