Spotlight

Filmposter Spotlight

6.5/10

Originaltitel: Spotlight
USA | 2015 | 129 Min. | FSK: ab 0
Drama, Thriller
Regie: Tom McCarthy
Drehbuch: Tom McCarthy, Josh Singer
Besetzung: Mark Ruffalo, Michael Keaton, Rachel McAdams, Liev Schreiber, John Slattery, Stanley Tucci u.a.
Kinostart: 25.02.16
DVD/Blu-Ray VÖ: 30.06.16

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

2001. Der neue Chefredakteur des Boston Globe setzt das vierköpfige Recherche-Team ‚Spotlight‘ auf eine Geschichte an, die bislang nur stiefmütterlich behandelt wurde: In Boston sollen vor Jahren mehrere Kinder von katholischen Priestern missbraucht worden sein. Kirche und Anwälte hüllen sich in Schweigen. Als ‚Spotlight‘ Opfer interviewt und intensive Nachforschungen anstellt, kommt ein Skandal von ungeahnten Ausmaßen ans Licht.

Wie ist der Film?

Menschen, die reden, hauptsächlich in kargen Büroräumen – das ist „Spotlight“. Es klingt unspektakulär, es ist unspektakulär. Die an sich erschütternde Thematik bietet aus rein filmischer Sicht kaum attraktive Gestaltungsmöglichkeiten. Doch gerade weil der Film durch und durch auf seine schlichte Prämisse vertraut, funktioniert er. Die Aufarbeitung wahrer Begebenheiten verzichtet auf visuelle Spielereien, setzt Musik dezent ein, zeigt Emotionen und bewegende Fakten, kippt jedoch nie ins Sentimentale und Überdramatisierte. So punktet „Spotlight“ mit einer bemerkenswerten Authentizität, wozu natürlich auch die hervorragende Besetzung beiträgt.

Statt hochtrabende Gefühlsausbrüche meistern die Stars von „Spotlight“ die im Grunde genauso knifflige Kunst, sachliche Dialoge glaubhaft zu transportieren, ohne die Drehbuchseiten rascheln zu lassen. Michael Keaton („Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit“), Mark Ruffalo („Foxcatcher“), Rachel McAdams („Midnight in Paris“), Liev Schreiber („Scream – Schrei!“), John Slattery („Ant-Man“) und Brian d’Arcy James schlüpfen als das titelgebende Team obendrein mit minutiöser Präzision in die Rollen realer Vorbilder, abgerundet von Stanley Tucci („Der Teufel trägt Prada“) als rechtschaffener Anwalt. Klar hervorzuheben bleibt niemand; die Ensemble-Zahnräder greifen wohlgeölt ineinander.

Der „beste Film“ bei der Oscar-Verleihung 2016 erzählt so konzentriert und professionell wie seine Figuren handeln. Ein brauchbares Zeitzeugnis, weil kein Reporter glorifiziert, keine Kirche dämonisiert wird. „Spotlight“ ist ein geradliniges, angenehm unprätentiöses Drama von milder Spannung, erstklassig gespielt und sauber geschrieben. „Die Unbestechlichen“ für eine neue Generation; eine hübsche Ode an eine aussterbende Form des Journalismus: hochwertig, ausdauernd und investigativ.

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1 Kommentar

  1. also, da war ich tasächlich enttäuscht.. “ milde Spannung“ trifft es … für mich war dann doch zu wenig Identifikation mit den Protagonisten möglich… die Unbestechlichen gefallen mir immer noch besser;)

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