Spring Breakers

DVD-Cover Spring Breakers

7/10

Originaltitel: Spring Breakers
USA | 2012 | 94 Min. | FSK: ab 18
Drama, Krimi
Regie: Harmony Korine
Drehbuch: Harmony Korine
Besetzung: James Franco, Vanessa Hudgens, Selena Gomez, Ashley Benson, Rachel Korine, Gucci Mane u.a.
Kinostart: 21.03.13
DVD/Blu-Ray VÖ: 30.08.13

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Universum Film

Worum geht’s?

Die vier College-Freundinnen Faith, Candy, Brit und Cotty wünschen sich nichts sehnlicher, als aus ihrem tristen Alltag auszubrechen. Ihr Traum ist die Reise zum Spring Break, dem legendären Semesterferien-Partyexzess am Strand Floridas. Das nötige Geld wird durch einen Raubüberfall eines Diners besorgt. Beim Spring Break angekommen, nimmt die hemmungslose Feier bald eine ungeahnte Wendung.

Wie ist der Film?

Szenenbild Spring BreakersEs ist der wohl am stärksten polarisierende Film aus dem Kinojahr 2013, und daher so oder so einer der interessantesten. „Spring Breakers“ bricht gekonnt mit Erwartungen, denn hier handelt es sich keineswegs um einen Partyfilm à la „Project X“; viel mehr um ein poetisches Gedankenspiel. Zweifellos betrachtet Regisseur und Autor Harmony Korine den gegenwärtigen Feier-Eskapismus auf betäubendem Dubstep-Klangteppich kritisch, nimmt sich dann aber auch wieder einfühlsam jugendlichen Sehnsüchten an. Das Gesamtbild ist schlichtweg abgefahren.

In seinem eigenwilligen Drehbuch will Korine, der bereits die Skandalfilme „Kids“ und „Ken Park“ schrieb, keine klare Haltung einnehmen. Worum es nun eigentlich geht, ist letztlich gar nicht allzu wichtig, denn „Spring Breakers“ taugt auch als pure Provokation und lädt dazu ein, sich von einem bemerkenswert freigeistigen, originellen Ambiente einnehmen zu lassen. Von der genial verzwickten Montage über das konsequent durchgezogene Farbkonzept bis hin zum raffinierten Musikeinsatz ist dieses wilde Liebeskrimidrama ein kleines Kunstwerk, das im Gedächtnis bleibt.

Die vier Protagonistinnen sympathisch zu finden und zu durchdringen ist nicht leicht – ein gewagtes Unterfangen, weshalb „Spring Breakers“ stets eine gewisse Distanz erzwingt. Ohnehin bewegen sich die Bikinimädchen in einer überzeichneten, pervertierten Welt. Spaß gibt es immerhin mit Gangster Alien, auch ohne echte Sympathie. Er ist im Grunde eine Karikatur, aber James Franco („Planet der Affen Prevolution“) spielt ihn nicht als Karikatur, sondern als eine der stärksten Leistungen seiner bisherigen Laufbahn. Die Abenteuer dieser sonderbaren Gruppe sind einerseits sexistisch, andererseits feministisch, und durch den ironischen Unterton hebt „Spring Breakers“ beides immer wieder auf. Ein freches, melancholisches, kreatives Experiment.

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4 Kommentare

  1. Eine 7/10 für Spring Breakers ist jawohl die Höhe der Belanglosigkeit, die eine Rezension nur irgendwie erreichen könnte.

    Aber die 7/10 kriegt sowieso JEDER Film auf dieser Website. Na gut, das ist ja auch irgendwie der Inhalt von Wie-ist-der-Film: Es wird dargestellt, dass (so gut wie) jeder Film irgendwie gut ist und man ihn sich anschauen sollte -> Belanglosigkeit, Langeweile

    Bei Spring Breakers beißt sich dieses Format aber selbst in den Schwanz: Otto-Normal-Filmschauer, der Hangover auf Platz 4 der lustigsten Filme aller Zeiten wählt (Zielgruppe dieser Seite) liest sich diese Rezension durch und denkt der Film wäre „gelungen, aber nicht übermäßig gut“. Wird ihn sich ansehen und sich in der Kritik nicht wiederfinden, weil Spring Breakers eben ein Love-or-Hate ist.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Langweiliger Blog, geiler Film 🙂

    • Tatsächlich hätte ich selbst gerne weniger 7er auf der Seite und mehr Ausgewogenheit, aber das ist aus verschiedenen Gründen kaum machbar:

      Zum einen verdiene ich kein Geld durch das Rezensieren, suche mir die Filme also immer selbst aus. Darum sehe und rezensiere ich in den allermeisten Fällen Filme, bei denen ich mir vorher schon ziemlich sicher bin, dass sie mir gefallen werden, weil ich ja meinen Geschmack kenne. Allerdings bin ich schwer zu begeistern, weshalb die 7 – nicht mehr und nicht weniger – eben oft die angebrachte Wertung für mich ist. Ich denke mir gelingt es auch, diese Bewertung dann zu begründen sowie Stärken und Schwächen zu besprechen. Ob eine Rezension belanglos ist oder nicht, zeigt immer noch deren Inhalt, und nicht die Punktzahl dazu. Daher empfehle ich auch dringend, meine Rezensionen tatsächlich zu lesen.

      Wenn ich mich bei einem Love-or-Hate in der Mitte einordne, dann können andere aus meinem Text rauslesen, ob sie selbst den Film eher lieben oder eher hassen werden. Vielleicht geht es ihnen dann aber doch auch genau wie mir (obwohl sie „Hangover“ saumäßig lustig finden). Sich wiederzufinden ist nicht allzu wichtig, Hauptsache man erfährt etwas über den Film.

      Lange Rede, kurzer Sinn: Ziemlich belanglos / langweilig ist es auch, sich an Punktzahlen aufzuhängen (wie der Otto-Normal-Hater), statt über Inhalte zu diskutieren. 🙂

  2. Tu ich nicht, aber jetzt deinen Rezensionsstil auseinander zu kritisieren, erschien mir dann doch als ein bisschen zu unhöflich 🙂

  3. Ich kann die 7/10 eigentlich ganz gut nachvollziehen. Meine Wertung würde ähnlich ausfallen. Der Film funktioniet m.E.
    James Franco alias „Alien“ spielt klasse und bringt den „Gangster“ gut rüber.

    Frauen und Alkohol ist er fast so zugeneigt wie David Duchovny in „Californication“.

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