Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

Filmposter Sweeney Todd

7/10

Originaltitel: Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street
USA | 2007 | 116 Min. | FSK: ab 16
Musical, Musicaladaption, Horror, Drama
Regie: Tim Burton
Drehbuch: John Logan
Besetzung: Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Alan Rickman, Timothy Spall, Sacha Baron Cohen u.a.
Kinostart: 21.02.08
DVD/Blu-Ray VÖ: 18.07.08/17.07.08

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Benjamin Barker führte einst ein glückliches Leben als Friseur, zusammen mit seiner wunderschönen Frau und seiner kleinen Tochter. Eines Tages wird es aus heiterem Himmel verhaftet – zu Unrecht. Der mächtige Richter Turpin verurteilte Barker nur um an dessen Frau zu kommen.
15 Jahre später kehrt der Friseur mit neuem Namen und neuem Aussehen zurück und sinnt auf Rache. Er nennt sich Sweeney Todd. Über der Bäckerei seiner neuen Verbündeten, Mrs. Lovett, schwingt er die Rasierklingen.

Wie ist der Film?

Man muss für sich selbst entscheiden, ob es ein fürs Kino umgewandeltes Bühnenstück oder ein Kinofilm mit Musical-Elementen ist. Für Ersteres spricht auch das mit Absicht viel zu rote Blut, das immer auf die gleiche Weise aus Kehlen spritzt, bis man wirklich genug davon hat.

Tim Burtons Handschrift ist in den bizarren und düsteren Bildern sowie in der Auswahl der Darsteller gut zu erkennen. Doch eines dürfte eher ungewohnt sein: Die mit starker Musik unterstützten Darsteller singen, und zwar selbst, was wunderbar funktioniert und dem Publikum Musical-typische Übertreibungen erspart, zumal die Hauptakteure keine Gesangs- und Tanzausbildung genossen.

Das stark digital bearbeitete, düstere London des. 19. Jahrhunderts zieht den Zuschauer in eine interessante Fantasiewelt. Die Hauptdarsteller wirken mit ihren weiß geschminkten Gesichtern nicht weniger künstlich als die Sets, wissen aber zu überzeugen. Man muss den Stoff als eine Art Märchen begreifen, denn so erschließt sich einem dann auch das extreme wie stimmungsvolle Spiel mit Farben und Kontrasten sowie die simpel aber dramatisch gestrickte Story. Da „Sweeney Todd“ sich in erster Linie die Stimulierung der Sinne zur Aufgabe macht, muss man über ein paar Durchhänger in der Erzählung hinwegsehen.

Für das volle Genusserlebnis muss man sowohl Musical- als auch Horrorfan sein, es sei denn man gehört zu den Millionen von Johnny Depp Fanatikern, die auch mit Sweeney Todd nicht enttäuscht werden, sofern sie Blut sehen können. Trotzdem wäre der Oscar für den grimmigen Rächer (Nominierung 2008) zu viel des Guten gewesen.

Burton geht mit diesem Film nicht auf Nummer Sicher, sondern traut sich einen ungewöhnlichen Mix. Auf diese Weise wurde wohl noch kein Broadway-Musical von der Bühne auf die Leinwand geholt. Es ist kein Juwel, aber originell. „Sweeney Todd – der teuflische Barbier aus der Fleet Street“ ist visuell top. Ansonsten wird sich zeigen, wer offen genug für diese eigenwillige Schauermär ist. Die Top-Besetzung erledigt den Rest.

Wertungen (ø 7.25) [?]

7.0 – wieistderfilm.de
5.0 – Arne Hübner
9.5 – Rajko Burchardt
6.5 – Sonse
6.5 – Thomas Hunziker
9.0 – Ulrich Behrens

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Ein Kommentar zu “Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street”

  1. MissGeschick sagt:

    Hab ihn mir 2 Mal angesehen, und bestimmt nicht das letzte Mal. DAS nenne ich mir einen sehenswerten Musical-Film. Angenehmer Nebeneffekt: mein Horror-Nerv wird auch gekitzelt.

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