The ABCs of Death

The ABCs of Death Cover

7/10

Originaltitel: The ABCs of Death
USA | 2012 | 123 Min. | FSK: —
Horror, Komödie
Regie: diverse
Drehbuch: diverse
Besetzung: diverse
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 05.07.13

Links zum Film:

IMDb | Wikipedia | Schnittbericht
Bilder © Capelight

Worum geht’s?

Ein Alphabet, 26 Filmteams rund um den Globus, 26 Kurzfilme über den Tod mit 5000 Dollar Budget. Alle Einzelprojekte bekamen einen Anfangsbuchstaben zugeteilt. Das titelgebende Wort dazu durfte selbst gewählt werden. Eine Rahmenhandlung gibt es nicht; dafür ein Sammelsurium mit den unterschiedlichsten Herangehensweisen an das Thema des Ablebens.

Wie ist der Film?

Dass es das nicht schon früher gegeben hat! „The ABCs of Death“ verfolgt ein eigentlich naheliegendes und schönes Konzept, das dem Publikum eine im wahrsten Sinne des Wortes irre Vielfalt in kompakter Form verspricht. Zuerst muss gewarnt werden: Selbst für eine Freigabe ab 18 ließ die FSK vier der 26 Episoden komplett entfernen. Da der Filmtitel fortan wenig Sinn ergab, veröffentlichte der Verleih das Ergebnis als „22 Ways to Die“. Also unbedingt zur ungekürzten Version namens „The ABCs of Death“ greifen, welche in Deutschland die Kennzeichnung „SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich“ trägt, und die komplette Freakshow genießen.

Szenenbild The ABCs of DeathFest steht, „The ABCs of Death“ ist wirklich nichts für zarte Gemüter und macht vor so gut wie gar nichts halt – Kindermord, Pädophilie, alles dabei. Darin liegt aber auch die Faszination des Projekts: völlige Narrenfreiheit der Macherinnen und Macher, sowohl in Inhalt als auch Form. Bemerkenswert oft wählen Episoden einen humorvollen Ansatz, obwohl man eher ein reines Horrorprojekt vermutet. Animationsfilme sind auch vertreten; zwischen klassischen Slasher-Motiven und Science-Fiction wird kaum etwas ausgelassen. Manche Episoden schockieren, manche amüsieren, manche bleiben nach der ersten Sichtung in erster Linie unverständlich. Hier treffen ja nicht nur Subgenres, sondern ganze Filmkulturen aufeinander. Kein Wunder also, dass die Qualität der einzelnen Segmente merklich schwankt.

‚D‘ und ‚O‘ überzeugen durch eine aufwändige, faszinierende Ästhetik, während etwa ‚L‘ vor allem dank abartig-gemeiner Handlung eine nachhaltige Wirkung entfaltet. ‚F‘ paralysiert mit einem unfassbaren Nonsens, während ‚G‘ oder ‚I‘ einfach verpuffen. Unter den 26 Henkern finden sich ein paar bekanntere Namen. ‚M‘ vom vielversprechenden Autorenfilmer Ti West („The House of the Devil“, „The Innkeepers – Hotel des Schreckens“) enttäuscht in Form einer unmotiviert wirkenden, ziemlich nichtssagenden Fingerübung; Xavier Gens („Frontier(s)“, „The Divide“) tobt sich unter ‚X‘ erwartungsgemäß in einem recht geradlinigen Gore-Fest aus. „Hobo with a Shotgun“-Schöpfer Jason Eisener verlässt sich in ‚Y‘ wieder auf ein surreales Lichtspiel und Tabubrüche.

Ein paar unschöne Wiederholungen (etwa die häufige Toiletten-Thematik oder das ‚Der Film handelt vom Regisseur, der nicht weiß, wovon der Film handeln soll‘-Klischee) hätten durch Absprache vermieden werden können, doch auch in dieser Unberechenbarkeit liegt der Reiz eines solchen Experiments. Ein entscheidendes Markenzeichen dabei ist auch, dass die Episoden ihre Titel erst am Schluss, quasi als Pointe enthüllen, sodass das Publikum stets ins kalte Wasser geworfen wird – 26 Mal. Benotet man alle Episoden als Einzelwerk und errechnet dann streng den Durchschnittsquotienten, erreicht das ganze Spektakel kaum mehr als Mittelmaß. Doch seine Kraft schöpft „The ABCs of Death“ eben aus der fantastisch bunten Mixtur, aus dem Feuerwerk der Ideen und Sinneseindrücke.

Die spürbare gestalterische Freiheit in den 26 Teilen von „The ABCs of Death“ ist einfach erfrischend, auch wenn die Freiheit unterschiedlich angemessen ausgeschöpft wurde. Diese filmische Achterbahnfahrt ist auf alle Fälle kurzweilig und macht unerschrockenen Horrorfans Laune. Man darf auf die nächsten Ausgaben des tödlichen Alphabets gespannt sein.

Ähnliche Filme

The Theatre Bizarre

1 Kommentar

  1. Yau, stimme deiner Kritik absolut zu… 😉
    Hoffe auf eine Fortsetzung, in welcher Form auch immer…

    War damals einer der Highlights auf den FFF-Nights, uncut natürlich…

    LIKE… Marc

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*