The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro

The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro

7/10

Originaltitel: The Amazing Spider-Man 2
USA | 2014 | 142 Min. | FSK: ab 12
Action, Comicadaption
Regie: Marc Webb
Drehbuch: Alex Kurtzman, Roberto Orci, Jeff Pinkner
Besetzung: Andrew Garfield, Emma Stone, Jamie Foxx u.a.
Kinostart: 17.04.14
DVD/Blu-Ray VÖ: 04.09.14

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Sony Pictures

Worum geht’s?

Peter Parker hat großen Spaß in seiner Rolle als Spider-Man, nur die Beziehung mit Gwen Stacy ist ein ständiges Hin und Her, hat er Gwens Vater doch versprochen, sie von seinem gefährlichen Leben fernzuhalten. Derweil hat ein unscheinbarer Oscorp-Mitarbeiter einen schweren Unfall und verwandelt sich zu Spider-Mans neuem Erzfeind Electro. Außerdem bittet Peters Kindheitsfreund Harry Osborn, Sohn des Oscorp-Gründers, ihn um einen gefährlichen Gefallen.

Wie ist der Film?

Der Stachel sitzt nicht mehr so tief; wir haben uns inzwischen daran gewöhnt, dass die charmante Spider-Man-Trilogie von Sam Raimi (2002-2007) ihre Ablösung gefunden hat. Also ist es an der Zeit, dem zweiten Teil des verfrühten Reboots etwas wohlwollender gegenüberzustehen und diverse Schwächen nicht so schwer zu nehmen. Schließlich sind Opulenz und Unterhaltungsfaktor von „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ nicht von der Hand zu weisen.

Szenenbild The Amazing Spider-Man 2Nach „The Amazing Spider-Man“ (2012) kehrt Regisseur Marc Webb zurück – was heutzutage ja schon ein immenser Vertrauensbeweis seitens des Studios ist – und führt seine Neuerzählung von Peter Parkers Abenteuern auf demselben Niveau wie der Vorgänger fort. Wer Tobey Maguire („Spider-Man“, „Spider-Man 2“, „Spider-Man 3“) nicht mehr nachtrauert, müsste in Andrew Garfield („Boy A“, „The Social Network“) die Idealbesetzung für die adoleszente Hauptrolle sehen. Sowohl in seinen komischen als auch in seinen tragischen Momenten bleibt Garfield sehr authentisch und sympathisch. Die Chemie mit der niedlichen Emma Stone („Einfach zu haben“, „Crazy, Stupid, Love.“) als Parkers geliebte Gwen stimmt weiterhin.

Doch gemäß einer Fortsetzung versucht „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ auch, in allen Belangen noch einen draufzusetzen. Die Action setzt früher ein, ist spektakulärer und ausgedehnter. Parallel dazu schaukeln sich auch die Dramen hoch, haben aber Probleme, sich zwischen all dem Krawall angemessen zu entfalten. Mit dem von Jamie Foxx („Django Unchained“) souverän gespielten Electro fand sich ein neuer spannender Bösewicht, dessen Werdegang jedoch stellenweise unmotiviert und übereilt wirkt. Doch damit nicht genug, denn auch Dane DeHaan („Metallica Through the Never“) und sogar Paul Giamatti („12 Years a Slave“) stellen sich dem Spinnenmann in den Weg.

Um gleich mehrere Bösewichte inklusive einer Liebesgeschichte sowie Vergangenheitsbewältigung unterzubringen und die Schauwerte in schwindelerregende Höhen zu schrauben, nimmt „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ so manche Klischees und Plotlöcher in Kauf. Dafür schrammt der Film an einem erzählerischen Desaster wie „Batman & Robin“ vorbei, weil er seine zahlreichen Facetten ausreichend ausbalanciert. Auf handwerklicher Ebene blüht das Projekt dann so richtig auf. Mit eingefrorenen Bildern, Superzeitlupen, verschiedensten Blickwinkeln und freifliegender Kamera zelebrieren die Macher ihr Effektgewitter – und dem Publikum macht’s Spaß. Dass viele Momente komplett aus dem Computer stammen stört nicht einmal, da die Übergänge zwischen realen Aufnahmen und CGI – gerade im Vergleich zu den älteren Spider-Man-Filmen – nahtlos geworden sind.

Um musikalisch einen Schritt weiter zu gehen gründete der neu an Bord geholte Hans Zimmer extra eine Supergroup (unter anderem mit Pharrell Williams und Junkie XL), die insbesondere für Electro ein experimentelles Thema bastelte. Für Teil 2 ein spannendes Markenzeichen irgendwo zwischen Klassik und Dubstep. Nur so eingängig wie Danny Elfman, der für die ältere Spider-Man-Trilogie komponierte, wird Zimmer nie sein.

„The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ stellt eine würdige Rückkehr des rotblauen Akrobaten dar, bedenkenlos empfohlen für alle, die schon Teil 1 mochten. Die Handlung wirkt dezent überladen, ist aber flüssig erzählt. Eine starke Besetzung gleicht die etwas schludrige Zeichnung der Bösewichte aus. Der obligatorische Gastauftritt von Stan Lee ist leider der lahmste seit mindestens neun Jahren, doch dafür wird anderweitig für genügend Slapstick und Wortwitz gesorgt, um die ansonsten höchst dramatische Geschichte aufzufangen. Am Ende zählt sowieso nur, dass die zweieinhalb Stunden nie langweilig werden, sondern spektakulär.

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2 Kommentare

  1. Ich gehe mit dem Review absolut mit. Der Film ist wahrlich bombastisch und wirklich gut gemacht. Ich war total begeistert.
    Bei einer Sache muss ich jedoch widersprechen. Ich denke, dass, setzte man zwei Filmmusik-Nubes die jeweiligen Spiderman-Hauptthemen von Elfman und Zimmer vor, so behaupte ich, dass das Zimmer-Thema leichter nachgesummt werden können sollte. Elfman hat zwar eine recht originelle Orchestration für Spiderman genutzt, aber die Memorabilität des Zimmer-Themas halte ich für höher.

    • Da ist was dran. „Eingägig“ ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort. Elfman macht das einfach schöner und mehr epic.

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