The Cabin in the Woods

Filmposter The Cabin in the Woods

8/10

Originaltitel: The Cabin in the Woods
USA | 2011 | 95 Min. | FSK: ab 16
Horror, Komödie, Splatter, Satire
Regie: Drew Goddard
Drehbuch: Drew Goddard, Joss Whedon
Besetzung: Kristen Connolly, Chris Hemsworth, Fran Kranz u.a.
Kinostart: 06.09.12
DVD/Blu-Ray VÖ: 01.02.13

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Universum Film

Worum geht’s?

Eine fünfköpfige College-Clique unternimmt – wie könnte es anders sein? – einen Ausflug zu einer entlegenen Waldhütte, um dort zu feiern. Nur der dauerbekiffte Marty wird zunehmend misstrauisch. Unterdessen arbeiten zwei witzelnde Wissenschaftler in einem riesigen Labor tief unter der Erde an einer wichtigen Operation.

Wie ist der Film?

Das hat man nicht erwartet. Zunächst erinnert „The Cabin in the Woods“ stark und sehr bewusst an „Tanz der Teufel“, schlägt dabei einen ähnlich ironischen Grundton wie „Hatchet“ an und geht schließlich noch viel weiter als die liebevolle Parodie „Tucker & Dale vs Evil“. Es ist mehr als ein Horrorfilm und auch mehr als eine Persiflage, nämlich ein cleverer Kommentar über das gesamte Horrorgenre, speziell von den 70er Jahren bis heute, und das auch noch überaus unterhaltsam.

Szenenbild The Cabin in the WoodsWährend sich mit lässigen wie scharfsinnigen Dialogen genüsslich ein einziges großes, dann und wann auf den Kopf gestelltes Klischee ausbreitet, kontrastiert der Film die nur allzu bekannte Szenerie mit der vielleicht sichtbarsten Metaebene der Kinogeschichte. Dieser zweite Schauplatz liefert eine großartig personifizierte Analyse von Stereotypen und dient nebenbei auch als Metapher für das voyeuristische Publikum, welches regelrecht darauf pocht, dass die Hauptfiguren ihr übliches Schicksal ereilt.

Hinter dieser willkommenen Idee steckt ein fabelhaft harmonierendes Autorengespann, bestehend aus Drew Goddard („Cloverfield“), der hier sein Regiedebüt gibt, und Joss Whedon, der Goddard durch die gemeinsame Arbeit an der Serie „Buffy – Im Bann der Dämonen“ kennen lernte und nun ersichtlich werden lässt, warum man ihm das Mammutprojekt „Marvel’s The Avengers“ anvertraute. „The Cabin in the Woods“ wurde nämlich schon Jahre zuvor produziert und zeigt am besten Whedons feines Gespür für Filmcharaktere.

Ein feines Gespür bewies auch die Casting-Abteilung mit dem Versammeln junger Talente, die bislang nicht wirklich aufgefallen waren (Chris Hemsworth kannte man damals noch nicht als Thor im gleichnamigen Marvel-Spektakel). Die fünf unverbrauchten Ensemblemitglieder in den Hauptrollen überzeugen mit fließendem Wechsel zwischen karikierend und reflektierend, witzig und dramatisch. Außerdem konnten das urkomische Urgestein Richard Jenkins („Let Me In“) sowie der ähnlich erfahrene Bradley Whitford gewonnen werden, um das Geschehen zu moderieren – zum Schießen.

Umso sympathischer wird „The Cabin in the Woods“ dadurch, dass der Film nicht einfach durch kecke Anspielungen von oben auf die eigene Handlung herabschaut, etwa wie ein „Scream“, mehr noch „Scream 4“, sondern die Meta-Aspekte komplett in die Handlung einwebt. Dadurch ist die Geschichte umso kurioser, allerdings stimmig, was Übertreibungen legitimiert und die Erzählstränge in ein grandioses Finale münden lässt, bei dem Genrefans fast die Freudentränen kommen.

Höchstens wenn man die Grundidee zu weit nach vorne oder hinten durchdenkt, ergeben sich echte Ungereimtheiten, aber das ist auch nicht Sinn der Sache. Dank der attraktiven Besetzung, den sauberen Bildern des wie die Faust aufs Auge passenden Kamerachefs Peter Deming („Tanz der Teufel II“, „Scream 2“, „Drag Me to Hell“), den guten Spezial- und angenehm sparsam eingesetzten Computereffekten sowie dem pfiffigen Humor ist „The Cabin the Woods“ ein drogenverherrlichendes Vergnügen für alle Fans der härteren Gangart, eine ganz besondere Perle aber für jene, die sich im Horrorfilmbereich wirklich auskennen.

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Tanz der Teufel
Tucker & Dale vs Evil

4 Kommentare

  1. Ich fand den Film besonders wegen dem Kontrast von „Horror-Zombi-Wald“ zu „Firma-Büro-Alltag“ sehr gut.

    Gerade deswegen würde ich es nicht Wissenschaftler und Labor nennen. Die Leute wissen was Sie tun und können sich Fehler nicht erlauben. Das ganze ist kein Experementiert, es ist eine Arbeit, bzw. Dienstleistung für die Menschen. Das sind eher so was wie Abteilungsleiter von einer Dienstleistungsfirma.
    Ich würd dazu nichts sagen, wenn ich nicht betonen wollen würde, dass dieses Firmengetue dem Film seinen Charme gibt.

    Trotzdem, tolle Kritik!

    • Danke! Ich habe auch eine Weile überlegt, als was ich die beiden bezeichnen soll, und habe schlussendlich vom Presseheft (glaube ich zumindest) abgeguckt.

  2. Ich muss sagen, das einzigste an diesem Film was mir gefallen hat, war ziemlich am Ende die Szene.
    Schon alleine der Anfang, als der Titel des Films eingeblendet wurde, war ich skeptisch.
    Durchweg, den ganzen Film, war er voller Klischees. Nichts neues also. Dann und wann war er unterhaltsam, im gesamten aber war er eher öde.

    Man kann ihn sich einmal ansehen, mehr aber auch nicht.

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