The Expendables

Filmposter The Expendables

5.5/10

Originaltitel: The Expendables
USA | 2010 | ca. 103 Min. | FSK: ab 18
Action
Regie: Sylvester Stallone
Drehbuch: Dave Callaham, Sylvester Stallone
Besetzung: Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Mickey Rourke, Steve Austin u.a.
Kinostart: 26.08.10
DVD/Blu-Ray VÖ: 28.01.10

Links zum Film:
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Worum geht’s?

Eine Gruppe von Elite-Söldnern, die sich „The Expendables” nennt, erhält von einem mysteriösen „Mr. Church“ den Auftrag, eine kleine Insel im Golf von Mexiko von der Diktatur des General Garza und dessen Armee zu befreien. Erste Nachforschungen zeigen, dass die Lage kniffliger ist, als gedacht. Barney, Anführer der „Expendables“, sucht Rat beim Tätowierer seines Vertrauens, Ex-Teammitglied Tool, und beschließt, die Sache noch einmal mit Vollgas in Angriff zu nehmen.

Wie ist der Film?

Die älteren Herren wollen es nochmal wissen. Es sei ihnen gegönnt. Silvester Stallone, seit „Rocky Balboa“ und „John Rambo“ auf das Aufwärmen vergangener Ruhmestaten spezialisiert, hat die naheliegende Idee der Non-plus-ultra-Actionstar-Besetzung endlich in die Tat umgesetzt. Mit „The Expendables“ – eine Art „Kindsköpfe“ für das Action-Genre – gibt er den Fans das Geschenk, das sie sich gewünscht haben. Mit einem starken oder auch nur guten Film hat das wenig zu tun, aber das muss die Zielgruppe gar nicht jucken.

„The Expendables“ steht offensichtlich in Tradition des Actionkinos der 80er und 90er, was jedoch keine hinreichende Ausrede für die allzu typische und wackelige Geschichte ist, die Sly und sein Co-Autor da zusammentüftelten. Die Südamerikaner sind wieder die bösen Soldaten, aber der, der eigentlich die Fäden zieht, ist ein schleimiger Anzugträger aus den USA. Man kennt es. Dreh- und Wendepunkt der Geschichte sowie Hauptgrund der finalen Wahnsinnsschlacht ist eine hübsche Latina, die außer ihr Vater eigentlich keiner so richtig kennt. Schon klar.

Dass einer der „Expendables“ Beziehungsprobleme mit seiner Freundin hat, oder dass es neben dem „Expendables“-Chef noch jemanden gibt, der den im Handlungsmittelpunkt stehenden Auftrag angeboten bekommt, jedoch ablehnt, ist völlig belanglos für die eigentliche Geschichte. Diese besteht im Grunde aus einem wegen zu heikler Umstände zunächst abgelehnten, aus moralischen Gründen aber schließlich doch noch ausgeführten Massenmord. Wie befürchtet ist Stallone mehr damit beschäftigt, seine tollen Schauspieler unterzubringen, als ein Abenteuer zu erzählen.

Mindestens ein eigener Absatz – besser zwei – gebührt der Sensationsbesetzung selbstverständlich. Willis („Stirb Langsam“) und Schwarzenegger („Predator“) belassen es bei einem kurzen Gastauftritt, Rourke („Iron Man 2“) darf sein Drama-Talent ein wenig in einer Ratgeber-Rolle ausspielen, Ex-Wrestler Steve Austin gibt den farblosen Handlanger-Bösewicht, während Li („Romeo Must Die“) und Lundgren („Rocky IV“) diverse Gags über ihre markanten optischen Merkmale über sich ergehen lassen, sich ein bisschen kloppen und teilweise etwas Tiefgang andeuten dürfen. Der Quoten-Schwarze Terry Crews („Norbit“, Serie: „Alle hassen Chris“) ist eigentlich eher Komiker als Actionheld, was aus Marketinggründen jedoch weitgehend verschwiegen wird und durch sein Äußeres auch nicht auffällt.

Am glimpflichsten davon kommt Jason Statham („Crank“), der neben Stallone die meisten Minuten auf der Leinwand zu verbuchen hat und in seiner Rolle am wenigsten wie ein reines Ausstellungsstück wirkt. Stallone selbst hält das Bündel zusammen, verzichtet aber löblicherweise darauf, sich als die klare Nr. 1 zu inszenieren. Weibliche Leckerlis gibt es in Form von Serienschauspielerin Charisma Carpenter und der hierzulande unbekannten Giselle Itié.

„The Expendables“ ist platte Actionkost, die viel mäßig gerechtfertigtes Töten, zahlreiche Oneliner zum Schmunzeln oder Augenverdrehen und ein wahrlich wuchtiges Baller- und Explosionsfinale zu bieten hat. Richtig Spaß macht da im Grunde nur die immense Brutalität und eben die Star-Besetzung an sich, weil daran viel Nostalgie hängt. Die dem Publikum weisgemachte Handlung und die eher schwachen Dialoge lassen sich nur allzu leicht auseinandernehmen, aber hier muss man einfach den Fans ihren Spaß lassen. Wer seine geliebten, inzwischen faltigen aber noch beachtlich fitten Actionhelden noch einmal alle gemeinsam im Einklang mit Gewehrschüssen und Oldie-Rock bewundern will, dem soll hier die Freude auf keinen Fall vermiest werden, denn dafür reichen die inszenatorischen Künste von „The Expendables“ aus.

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2 Kommentare

  1. Der Film ist tatsächlich nur Mittelmaß…
    Witzig ist, dass Chris‘ Dad mit der Megawumme mehr für Lacher sorgt als ich vorher erwartet hätte. 😉

    Popcorn-Kino zum Gehirnausschalten.

  2. Ich habe den Film jetzt auf Sky gesehen und kann mich nur deiner Meinung anschließen. Witzig war nur die Tatsache, dass die Haudegen aus alten Tagen mal in einem Film mitgespielt haben und insb. hat mir die Konversation zwischen Stallone und Schwarzenegger gefallen.

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