The House of the Devil

The House of the Devil

7.5/10

Originaltitel: The House of the Devil
USA | 2009 | 95 Min. | FSK: ab 16
Horror, Direct-to-DVD
Regie: Ti West
Drehbuch: Ti West
Besetzung: Jocelin Donahue, Tom Noonan, Mary Woronov u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 29.01.10

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | AL!VE AG
Bild © AL!VE AG

Worum geht’s?

Irgendwann in den 80er Jahren: Collegestudentin Samantha nimmt spontan einen Babysitting-Job an, um das nötige Geld für ihre neuen vier Wände aufbringen zu können. Nachdem sie von ihrer Freundin zu dem abgelegenen Haus gefahren wird, wo sie die stattliche Bezahlung entgegen nimmt, findet sie heraus, dass an der ganzen Sache etwas ziemlich faul ist.

Wie ist der Film?

Was Altmeister Sam Raimi („Tanz der Teufel“) 2009 mit „Drag Me To Hell“ gelang, schafft nun ein Jahr später ein Nachwuchsfilmmacher in einer gänzlich humorlosen Variante: die Reinkarnation des Oldschool-Horror. In beeindruckend authentischer 80er-Jahre-Optik präsentiert Regisseur, Autor und Cutter Ti West mit „The House of the Devil“ einen hundsgemeinen Horrorstreifen der ganz klassischen Variante, welcher viele Genrefans angesichts der hochstilisierten Gruselfilmchen aus jüngster Zeit geradezu aufatmen lässt. Ganz im Retrostil, jedoch stets eigenständig und ernsthaft, ohne sich allzu deutlich mit Hommagen aufzuhalten, lehrt West uns das Fürchten, wie es manch einer schon fast vergessen hatte.

Ganz im Mittelpunkt steht die zuckersüße Hauptdarstellerin Jocelin Donahue, die eigentlich aus der Modelbranche stammt, in „The House of the Devil“ ihre Schauspielkünste jedoch absolut hinlänglich unter Beweis stellt. Unterstützt von der ungemein gekonnt eingesetzten Musik kann man sich wunderbar in sie hineinversetzen und von Suspense einhüllen lassen. Zugegebenermaßen werden die Grenzen der angespannten Ungewissheit wahrlich ausgereizt, bis wirklich mal etwas passiert, doch die atmosphärische Fingerfertigkeit, die West hier an den Tag legt, lässt einen nicht im Stich.

Gerade als man denkt, der Film kreiere aus ganz alten Baustein einen ganz frischen Geniestreich, werden leider doch noch diverse Klischees bedient. Zudem muss der letzte Akt zugunsten einer eher mittelmäßigen Schlusspointe einiges an Intensität einbüßen. Zurück bleibt dann noch die weitgehend ungeklärte Frage, ob der Film mehr Wirkung hätte haben können, wenn er durch Titel und Einleitung nicht schon den groben Verlauf der Geschichte vorweg genommen hätte.

Alles in allem ist „The House of the Devil“ eine kleine Perle für Genießer des Horrorstils von den späten 60ern bis zu den frühen 80er Jahren, mit einfachen Mitteln schrecklich spannend und unheimlich, nur nach hinten raus ein wenig schwächelnd. Was an der nicht ganz garen Story fehlt, macht der absolut stilsichere Stimmungsaufbau wieder wett. Eine doch beachtliche Leistung für heutige Verhältnisse.
Dringende Empfehlung: Allein im Dunkeln gucken und Finger weg von der deutschen Synchronisation – das Einzige am Film, was man lieber nicht in 70er/80er-Qualität hätte gestalten sollen.

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2 Kommentare

  1. Du bringst es gut auf den Punkt, der Film schafft es wirklich die Stimmung und den Stil der 70er und 80er Jahre Horrorkinos einzufangen. Ich fand es gerade toll, dass in den ersten zwei Dritteln eigentlich gar nichts passiert und der Film nur über Stimmung funktioniert, das Ende war dann in der Tat etwas enttäuschend.

    Insgesamt aber ein klasse Nostalgie-Trip.

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