The Interview

Filmposter The Interview

6.5/10

Originaltitel: The Interview
USA | 2014 | 112 Min. | FSK: ab 12
Komödie, Action
Regie: Seth Rogen, Evan Goldberg
Drehbuch: Dan Sterling
Besetzung: Seth Rogen, James Franco, Lizzy Caplan u.a.
Kinostart: 05.02.15
DVD/Blu-Ray VÖ: 05.06.15

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © 2015 Sony Pictures Releasing GmbH

Worum geht’s?

Talkshowmoderator Dave Skylark und sein Produzent Aaron Rapaport stehen vor der Karrierechance ihres Lebens: Kein geringerer als Kim Jon-un hat sich als Fan von ‚Skylark Tonight‘ geoutet und gestattet Dave ein Interview. Da schaltet sich die CIA ein und entwickelt für Dave und Aaron einen Plan, um den Diktator durch eine heimliche Vergiftung umzubringen. In Nordkorea angekommen, geht so einiges schief, denn die beiden Sensationsjournalisten sind alles andere als fähige Attentäter.

Wie ist der Film?

Szenenbild The InterviewMorddrohungen aus Fernost, verängstigte Kinobetreiber, abgesagte Premieren und das alles unmittelbar nach einem großen Hacker-Angriff auf Sony Pictures – für den Film „The Interview“, der sein Publikum nun doch noch gefunden hat, hätte es keine bessere Werbung geben können. Im Hinblick auf frühere, stilistisch ähnliche Blödeleien mit Seth Rogen und James Franco ist dermaßen viel Publicity natürlich unverhältnismäßig. Wohl aber haben sich die Macher in mehreren Punkten selbst übertroffen. Wer sich von diesen Ambitionen beleidigt fühlt, hat es nicht besser verdient.

„The Interview“ ist so derb, dreist und dämlich wie Satire eben sein darf beziehungsweise soll. Neben gesellschaftskritischen Ansätzen überwiegen Fäkalhumor und Popkulturreferenzen, aber im Gegensatz zu Evan Goldbergs vorigem Projekt „Das ist das Ende“ verfügt der Film immerhin über eine stringente Handlung. Dass er in Szene gesetzt ist, als sei er ein seriöser Polit-Thriller, macht ihn noch unterhaltsamer. Dass der echte Name des nordkoreanischen Diktators verwendet wurde, macht ihn sogar wirklich mutig.

Die Chemie zwischen den langjährigen Freunden Rogen und Franco („Ananas Express“) steht außer Frage. Rogen spielt liebenswert-trottelig wie immer, während Franco nonstop am Rad dreht, was für Klamauk wie „The Interview“ glücklicherweise legitim ist. Kim Jong-uns Leinwandverkörperung Randall Park sieht dem Vorbild leider nur geringfügig ähnlich, da hätte intensiveres Casting gutgetan. Erstaunlich allerdings, wie viele verschiedene Facetten der Film-Diktator an den Tag legt. „The Interview“ betreibt keineswegs nur Spott, sondern stellt Kim Jong-un als vielschichtigen Menschen dar. Auf diese Weise schlägt die Geschichte unerwartete Haken und bleibt interessant.

Komödie ist immer noch die effektivste Art, um Menschen für wichtige, schreckliche Themen zu interessieren; so gelingt es auch „The Interview“. Ein handwerklich gelungener, inhaltlich schwankender Film, der unter die Gürtellinie schlägt und nicht vor Peinlichkeit zurückschreckt, dabei aber auch brauchbare politische Denkanstöße serviert. Die wahre Satire unterliegt hier zwar der Blödelei, aber so ein kleines Skandälchen, das vor allem einfach nur witzig ist, hat ja auch seinen Charme. Erst recht, weil nicht nur Nordkorea, sondern auch amerikanischer Sensationsjournalismus durch den Kakao gezogen wird.

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