The King’s Speech

Filmposter The King's Speech

7/10

Originaltitel: The King’s Speech
GB | 2010 | 118 Min. | FSK: ab 0
Drama, Biopic
Regie: Tom Hooper
Drehbuch: David Seidler
Besetzung: Colin Firth, Geoffrey Rush, Helena Bonham Carter, Guy Pierce, Michael Gambon, Timothy Spall u.a.
Kinostart: 17.02.11
DVD/Blu-Ray VÖ: 02.09.11

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter | film zeit

Worum geht’s?

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Albert, der Herzog von York, leidet seit früher Kindheit unter seinem Stottern, wodurch seine seit Neuestem über das Radio übertragenen Reden zum Fiasko geraten. Alberts Frau schickt ihn daraufhin zu dem unkonventionellen Sprachtherapeuten Lionel Logue. Gerade als zwischen den beiden Männern eine ungewöhnliche Freundschaft entsteht, erhöht sich die Wichtigkeit von Alberts Eloquenz gegenüber dem Volk um ein Vielfaches: Er wird zum König ernannt.

Wie ist der Film?

„The King’s Spech“ ist insofern mutig, als der Film völlig unaufgeregt, um nicht zu sagen unspektakulär daherkommt und sich ganz von den Darstellern tragen lässt. Die Rechnung ging auf, schließlich konnte mit so großen Namen wie Geoffrey Rush („Fluch der Karibik“, „Elisabeth – Das goldene Königreich“), Helena Bonham Carter („Fight Club“, „Alice im Wunderland“) und natürlich Colin Firth nicht viel falsch gemacht werden. Der stotternde König ist für Firth die Oscar-Rolle schlechthin. Allerdings wäre die Auszeichnung ein Jahr zuvor mindestens genauso verdient gewesen, für seine Leistung als „A Single Man“. Nur damals war der Goldjunge für Jeff Bridges („Crazy Heart“) eben überfällig. Der mit romantischen Komödien wie „Tatsächlich … Liebe“ und „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ bekannt gewordene Firth hat nun in zwei Jahren zwei wirklich hervorragende Schauspielleistungen abgeliefert.

Dass diese kleine, nur ganz behutsam in den Kontext realer Politikgeschichte eingebettete Anekdote, aus der die Handlung von „The King’s Speech“ besteht, tatsächlich einen ganzen Film zu tragen vermag, offenbart neben der starken Ensembleleistung natürlich auch eine beachtliche Drehbuchkunst – der große Durchbruch für den bis dato im Kino kaum bekannten Autor David Seidler. Die Dialoge sind gut und begnügen sich dabei mit einer kleinen Prise Humor und einer kleinen Prise Emotionalität. Passend dazu ist der handwerkliche Aspekt: Auch die Musik hält sich vornehm zurück; die Bilder sind blitzsauber, fast steril, häufig mit der Steadicam geliefert, hin und wieder mit einem ganz an den äußeren Bildrand gedrängten Schauspieler als pseudooriginell wirkendes Stilmittel.

Ungünstig auffallend sind zwei kleine Nebenfiguren. Guy Pierce spielt wie schon in „The Hurt Locker“ eine kleine aber ausschlaggebende Rolle, diesmal als großer – also älterer – Bruder der Hauptfigur. Dass Pierce sich nicht nur jünger verhält, sondern auch jünger aussieht und im wahren Leben schlichtweg jünger ist, kratzt leider stark an der Glaubwürdigkeit der ansonsten souveränen Performance. Desweiteren bewegt sich der von Timothy Spell gespielte Winston Churchill durch den übertrieben verkniffenen Gesichtsausdruck nah an einer Karikatur. – Kleine Schönheitsfehler in der unterm Strich starken Besetzung.

Firths Darbietung als Stotterer ist so authentisch, dass man fast vergisst, wie viel schauspielerisches Können da eigentlich drin steckt. Auffälliger ist der Aspekt des verunsicherten Thronfolgers, und durch die Kombination aus beidem entsteht schließlich der Schauspiel-Hit, glänzend ergänzt durch den charismatischen Geoffrey Rush. Daneben bleibt „The King’s Speech“ bis auf ein recht fesselndes Finale eher nüchtern, einfach gepflegt inszeniert, mit ein bisschen Drama hier, ein bisschen Schmunzeln da, edel-unterhaltsam, ohne dass da plötzlich etwas vom Hocker reißt. „The King’s Speech“ ist weitgehend überraschungsfrei und spielt historische Ereignisse zugunsten privater Beziehungsportraits herunter. Was aber bleibt, ist eine hübsche Geschichte, ein Schauspielerfilm, wo Herz und Technik auf die feine englische Art ineinandergreifen.

Wertungen (ø 6.75) [?]

7.0 – wieistderfilm.de
4.0 – Rajko Burchardt
7.5 – Sonse
8.5 – Thomas Hunziker

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2 Kommentare zu “The King’s Speech”

  1. Manuel sagt:

    Da kann ich mich nur anschließen.
    …und schauspielerisch geht nix über Christian Bale in The Fighter.

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