The Last House on the Left

Filmposter The Last House on the Left

7/10

Originaltitel: The Last House on the Left
USA | 2009 | ca. 110 Min. | FSK: ab 18
Horror, Thriller, Remake
Regie: Dennis Iliadis
Drehbuch: Adam Alleca, Carl Ellsworth
Besetzung: Tony Goldwyn, Monica Potter, Garret Dillahunt u.a.
Kinostart: 14.05.09
DVD/Blu-Ray VÖ: 24.09.09

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Bei einem Urlaub mit den Eltern lernt die 17jährige Mari mit ihrer Freundin Paige den schüchternen aber sympathischen Justin kennen, in dessen Motel-Zimmer nach Herzenslust gekifft wird. Früher als erwartet kehren Justins Vater samt Freundin und Justins Onkel in das Motel zurück und stören die Party. Eine Verfolgungsjagd im Wald, einige Messerstiche, Schüsse und eine brutale Vergewaltigung später sucht die teuflische Gang während eines starken Gewitters Unterschlupf. Der Zufall will es, dass sie im Ferienhaus der Eltern des vergewaltigten Mädchens landen.

Wie ist der Film?

„Hätte das denn sein müssen? Unnötig… Geschmacklos…“ – Reaktionen wie diese bleiben nach „The Last House On The Left“ nicht aus. Wären sie nicht Werbung für den Film, dann wären genau diese Reaktionen das Unnötige und Geschmacklose. Denn endlich leistet ein Horrorfilm wieder mehr, als nur am Publikum vorbei zu rauschen. Und das gehört gelobt.

Über 35 Jahre nach dem Film, der die Karriere von Wes Craven („Nightmare – Mörderische Träume“) langsam ins Rollen brachte, wird die Antwort auf die Frage, warum Mädchen nicht allein ausgehen sollten neu aufgezogen. Regisseur Dennis Iliadis verwendet ein solides Schauspielensemble mit verspielter Kameraführung. Eine Zweiteilung der Geschichte – mit Terror in beiden Hälften – gibt „The Last House on the Left“ das gewisse dramaturgische Etwas (siehe auch „Death Proof“). Die Handlung weiß sich konsequent zu steigern. Zudem gefällt der Film gerade wegen des echten, menschlichen, realistischen Horrors, anstelle von schrillen Blutbädern.

Die erste Dreiviertelstunde wirkt, als wolle der Film schockierender sein als er ist. Danach wird er wirklich schockierend und spielt vergnüglich mit Aggressionsfantasien, wie sie jeder von uns mal hegt. Der Gut-gegen-Böse-Kampf ist spannend, wenn es schlecht um die Guten steht und befriedigend, wenn die Bösen ihr Fett wegkriegen.

„The Last House On The Left“ bietet eindringliche Schocker, rasante Action und vereinzelt Gewalt-Szenen, die so derbe sind, dass man auflacht. Zurück bleibt ein gelungener Horrorfilm, der schlau genug ist, um rege Diskussionen zum Thema Moral und Rache zu entfachen. Sich bloß mit Gewalt zu schmücken, kann man diesem Remake kaum vorwerfen. Immerhin gibt es gegenüber dem Original von 1972 eine überlebende Person mehr und eine Kettensäge weniger. Und auch darüber hinaus bringt die Neuverfilmung ihre ganz eigenen Reize mit. So geht packendes, unterhaltsames Horror-Kino heute.

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