The Liverpool Goalie oder: Wie man die Schulzeit überlebt!

Filmposter The Liverpool Goalie

7.5/10

Originaltitel: Keeper’n til Liverpool
NO | 2010 | 87 Min. | FSK: ab 6
Komödie, Coming-of-Age
Regie: Arild Andresen
Drehbuch: Lars Gudmestad
Besetzung: Ask van der Hagen, Susanne Boucher u.a.
Kinostart: 15.03.12
DVD/Blu-Ray VÖ: 11.10.12

Links zum Film:
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Bilder © drei-freunde

Worum geht’s?

Eigentlich fühlt sich der 13-jährige Jo schon fast zu alt, um Fußballkarten zu sammeln, doch genau wie seine Freunde wartet er darauf, den legendären Torwart von Liverpool zu ergattern, den noch niemand hat. Unterdessen hat er auch seine ganz eigenen Probleme. Eine überfürsorgliche Witwe als Mutter und die Schikanen des Schulrowdys lässt der friedliebende Jo über sich ergehen, doch die neue Mitschülerin, in die er sich verguckt, bringt seinen Alltag durcheinander.

Wie ist der Film?

Mindestens einmal im Jahr erscheint hierzulande abseits des Mainstream eine sympathische Komödie über einen jungen, nachdenklichen Protagonisten, der seinen Platz im Leben sucht. Zuletzt waren das etwa „Submarine“, „It’s Kind of a Funny Story“ oder „Im Weltraum gibt es keine Gefühle“, im Kinojahr 2012 ist es „The Liverpool Goalie“. Ist man mit dieser Art Film noch nicht vertraut, gefällt das Debüt von Regisseur Arild Andresen umso besser – eine Coming-of-Age-Geschichte voller Herz und witziger Ideen, mit einer guten Portion der Unverfrorenheit, die das skandinavische Kino so beliebt macht.

Szenenbild The Liverpool GoalieSelten konnte man sich besser in frischgebackene Teenager hinein- beziehungsweise zurückversetzen, denn das Drehbuch begegnet den Figuren stets auf Augenhöhe und stattet sie mit pfiffigen Dialogen aus. Die eigentlich ganz normalen Probleme eines 13jährigen arbeitet Andresen mit so viel Humor und Feingefühl heraus, dass man sie bereitwillig nochmal mit durchleidet. Zwar verwendet „The Liverpool Goalie“ viele ironische Tagtraumszenen, die ja nun längst nichts Neues mehr sind, doch besitzen diese immer noch einen entwaffnend lustigen Effekt.

Die Hauptfigur Jo erinnert an den Bengel aus „So finster die Nacht“, allerdings ist er sympathischer und längst nicht so tragisch, nur in einer unglücklichen Lage; zudem hat seine Geschichte einen wesentlich leichtfüßigeren Grundton. Jos Mutter wirkt als einzige der Nebenfiguren deutlich überzeichnet, doch muss sie das wohl auch sein, um der Handlung zu dienen. Geschickt benutzt „The Liverpool Goalie“ vordergründige Themen wie Fußball und Mathematik, um auf liebenswerte Weise für Selbstvertrauen und Aufrichtigkeit zu plädieren. Schließlich muss man nichts für Fußball und Mathematik übrig haben, um den Film zu verstehen und gernzuhaben.

„The Liverpool Goalie“ ist längst nicht nur ein Film für Kinder, obwohl er bei zahlreichen Kinder- und Jugendfilmfestivals Preise eingeheimst hat; er ist einer der schönsten Filme über Kinder, die man 2012 zu sehen bekam. Eine erfrischende, kluge, niedliche Wohlfühlkomödie mit nennenswertem Soundtrack, fast immer angenehm glaubwürdig erzählt – und wenn nicht, dann mit schön schwarzem Humor. Eben eine Ausnahmeerscheinung, wie man sie hoffentlich mindestens einmal im Jahr entdecken darf.

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