The Sacrament

DVD-Cover The Sacrament

6.5/10

Originaltitel: The Sacrament
USA | 2013 | ca. 95 Min. | FSK: ab 16
Thriller
Regie: Ti West
Drehbuch: Ti West
Besetzung: Joe Swanberg, Amy Seimetz, Kate Lyn Sheil u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 06.11.14

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © Constantin Film

Worum geht’s?

Modefotograf Patrick erhält einen mysteriösen Brief. Darin lädt seine Schwester ihn zum Besuch einer christlichen Kommune ein, wo sie nun lebt. Gemeinsam mit einem Reporter von VICE und dessen Kameramann reist Patrick zum entlegenen Eden Parish. Nach einem Interview mit dem Gründer und Anführer, der nur ‚Vater‘ genannt wird, verhärtet sich der Verdacht, dass irgendetwas an der Sache mächtig faul ist.

Wie ist der Film?

„Eli Roth präsentiert“ heißt es auf dem Cover, um mit einer irrelevanten Produzenten-Angabe Aufmerksamkeit zu erwecken, dabei steckt hinter „The Sacrament“ ein anderer kreativer Kopf, der unter Filmfans längst genauso viel Aufmerksamkeit verdient wie der „Hostel“-Regisseur. Nach dem Durchbruch „The House of the Devil“ und „The Innkeepers – Hotel des Schreckens“ legt Ti West als Regisseur, Autor und Cutter einen weiteren unheimlichen Langfilm vor. Diesmal treten die Horror-Elemente in den Hintergrund, da „The Sacrament“ stark an wahre Begebenheiten angelehnt ist, doch dafür liegt der Reiz in der Authentizität.

Szenenbild The SacramentNette Idee: Der Film gibt vor, eine VICE-Dokumentation zu sein. Deutsche dürften VICE vor allem in Form eines reißerischen Lifestyle-Blogs kennen, jedoch handelt es sich um ein internationales Netzwerk, welches eben auch hochwertige Reportagen produziert. So packt West die Handkamera aus (wie schon in seinem Segment für „V/H/S – Eine mörderische Sammlung“) und gestaltet mit recht simplen, aber effektiven Mitteln eine beklemmende Mockumentary. Wenig überraschend besteht das typische Glaubwürdigkeitsproblem insofern als die insgesamt nur zwei verwendeten Kameras auffällig oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Dank eines guten Gespürs für Timing und Spannungserzeugung sowie überzeugendem Ensemble lässt West dem Publikum jedoch kaum Zeit, um inszenatorische Widersinnigkeit aufzuspüren.

Gene Jones (Münzwurfszene in „No Country for Old Men“) gibt einen charismatischen Prediger, dessen Autorität durch seine körperliche Schwäche umso eindrucksvoller wirkt. A.J. Bowden und Joe Swanberg (beide „A Horrible Way to Die“, „You’re Next“) funktionieren hinreichend als Identifikationsfiguren. Langsam aber sicher entfaltet sich der erschreckend lebensnahe Wahnsinn und zeigt auf, wie gefährlich Religion sein kann. Wer sich mit den realen Ereignissen, die der Handlung als Vorlage dienten, auskennt, hat allerdings das Nachsehen, denn da hat West bis auf ein paar Spannungsmomente nicht mehr viel hinzuzufügen. Aus ähnlichen Gründen sollte auch unbedingt auf die Sichtung des Trailers verzichtet werden, denn dieser erzählt bis auf die letzten paar Minuten gnadenlos den ganzen Film im Schnelldurchlauf.

Je weniger Vorwissen, desto besser. So oder so zeigt Ti West mit „The Sacrament“, dass er nicht nur Retro-Horror beherrscht, sondern auch mit zeitgenössischen Genre-Stilmitteln umgehen kann. Das ist vergleichsweise fast unspektakulär, aber mit weniger falschen Erwartungen verbunden als etwa „The Innkeepers“ und immerhin ein geradliniger, stimmiger Thriller.

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