The Social Network

Filmposter The Social Network
Originaltitel: The Social Network
USA | 2010 | 121 Min. | FSK: ab 12
Biopic, Drama
Regie: David Fincher
Drehbuch: Aaron Sorkin
Besetzung: Jesse Eisenberg, Andrew Garfield, Justin Timberlake, Brenda Song, Rooney Mara u.a.
Kinostart: 07.10.10
DVD/Blu-Ray VÖ: 10.03.11

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Bilder © Sony Pictures

Worum geht’s?

Die Harvard-Studenten Cameron und Tyler Winklevoss werden auf ihren Kommilitonen Mark Zuckerberg aufmerksam, als dieser eine simple Website kreiert, die die Uni-Server überlastet, weil sie so oft angeklickt wird. Sie stellen Zuckerberg ihre Idee vor: Ein soziales Netzwerk im Internet, nur für Harvard-Studenten. Statt zu helfen taucht Zuckerberg ab, spinnt den durch die Zwillinge erhaltenen Denkanstoß weiter und erschafft zusammen mit seinem besten Freund das spätere Milliardengeschäft namens „thefacebook“. Dem Erfolg steht unter anderem eine saftige Klage wegen Diebstahl geistigen Eigentums im Weg.

Wie ist der Film?

Szenenbild The Social NetworkBei „The Social Network“ bleibt einem Filmkritiker wenig anderes übrig als sich in der Handlung zu aalen und in Deutungen auszulassen. Warum? So blöd es klingt, der Film besteht eben praktisch nur aus seinem Inhalt. Soll heißen: Keine Blickfänger in Gestalt irgendwelcher Spezialeffekte, dezenter Soundtrack, hochwertige aber komplett unaufdringliche Kamera- und Schnittarbeit, bei der die Spielereien auf ein der nötigen Unterhaltung dienendes Minimum reduziert sind, tadelloses Schauspiel, aber nichts, das merklich in Richtung Oscar schielt. Ein Film, der wirklich nur erzählen will. Ganz ähnliche Prioritäten hat auch der Anfang des Jahres erschienene „Up in the Air“. Und immer bleibt die Frage, ob einen ein erfahrener, einsamer Weltenbummler, der seine Lektion fürs Leben lernt bzw. eben das unbarmherzige Treiben junger Geschäftsmänner überhaupt interessiert.

„The Social Network“ ist meisterhaft geschrieben, springt gekonnt zwischen zwei Zeitebenen hin und her, jedoch ohne Zeitsprünge an sich zu stilisieren, sondern nur um des Erzählfluss willen und um alles so kurzweilig wie möglich zu halten, und hat klasse Darsteller zu bieten. Jesse Eisenberg („Zombieland“) spielt alles in allem ein Arschloch, hält seine Figur aber doppelbödig und sorgt so dafür, dass man nie das Interesse an ihr verliert. Justin Timberlake („Der Love Guru“) schafft es endlich, dass man bei seinem Auftritt nicht mehr dauernd an den Musiker Timberlake denkt, sondern einen ernstzunehmenden Schauspieler vor sich sieht. Nur ändert das alles nichts daran, dass im Film einfach nur die ganze Zeit geredet wird.

David Fincher, der spätestens mit „Fight Club“ (1999) in die Liga der Kultregisseure aufstieg, inszeniert mit „The Social Network“ straff (manchmal so straff, dass man kaum noch mitkommt) ein Sammelsurium von Rededuellen rund um Freundschaft, Verrat und sonstige Opfer, die ein Milliardengeschäft erfordert, angesiedelt unter jungen Erwachsenen, basierend auf dem Roman „The Accidental Billionaires“, angelehnt an die Realität. Dabei wird nicht die Generation Web 2.0 porträtiert, sondern solche Leute, die dahinter die Fäden ziehen.

Bei Finchers langgezogenem „Zodiac – Die Spur des Killers“ (2007) durfte man noch enttäuscht darüber sein, dass die Spurensuche geradezu ins Nichts führt, ganz anders als bei seinem Hit „Sieben“ (1995). Bei „The Social Network“ hingegen erwartet man nichts anderes, somit geht das in Ordnung. Ein handwerklich reifes Fast-Biopic, das ein eigenes Urteil geschickt durch subtilen Sarkasmus ersetzt. Der Inhalt mag – weil ziemlich der Wahrheit entsprechend – für Viele ungeheuer interessant sein. Fincher beweist mit dem Film auch wieder seine Vielseitigkeit, indem er praktisch das Gegenteil seines zauberhaften „Benjamin Button“ (2009) präsentiert. Es muss ja auch nicht gleich in bester Hollywood-Manier in Märchenoptik auf die Tränendrüse gedrückt werden. Aber hier und da fehlen „The Social Network“ dann doch gewisse Emotionen, um so richtig in den Bann zu ziehen.

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3 Kommentare

  1. Mmmh, der Vergleich zu Up in the air hinkt gewaltig. Warum? Weil es da ja um etwas geht. In Social Network geht es dummerweise um nix Relevantes. Dazu ist er noch langweilig inszeniert. Hat flache Darsteller und ist sehr, sehr emotionsarm.
    Aber er ist jetzt auch nicht super schlecht, wenn es eine interessiert, wie man Menschen am Computer irgendwie „spannend“ inszenieren will. 😉

    • Erst dachte ich, du kritisierst meinen Text, aber eigentlich sehen wir das ja gar nicht unähnlich. Die beiden Filme finde ich von der Machart schon wirklich ähnlich, nur ist bei „The Social Network“ die Menge an interessantem Stoff recht schmal, da verstehe ich genau wie du die allgemeine Faszination dafür nicht so ganz.

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