Total Recall

Filmposter Total Recall

7/10

Originaltitel: Total Recall
USA | 2012 | 118 Min. | FSK: ab 12
Science-Fiction, Thriller, Remake
Regie: Len Wiseman
Drehbuch: Kurt Wimmer
Besetzung: Colin Farrell, Kate Beckinsale, Jessica Biel u.a.
Kinostart: 23.08.12
DVD/Blu-Ray VÖ: 19.12.12

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Sony Pictures

Worum geht’s?

Fabrikarbeiter Douglas Quaid pendelt zwischen den einzigen beiden Nationen, die am Ende des 21. Jahrhunderts nach globalen Kriegen übrig geblieben sind, hin und her. Frustriert vom Alltag lässt er sich bei der Firma REKALL als eine Art Urlaub die Erinnerung an ein Abenteuer als Geheimagent einpflanzen, inspiriert von einem wiederkehrenden Traum. Doch schon zu Beginn scheint etwas schief zu gehen und Quaid muss herausfinden, wer er wirklich ist und was hinter seinem Traum steckt.

Wie ist der Film?

Szenenbild Total RecallWillkommen zum Einmaleins der Neuverfilmungen. Düsterer muss es sein, etwas ernster und ‚realistischer‘. Rund 20 Jahre nach Paul Verhoevens „Die totale Erinnerung – Total Recall“ mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle hält sich auch das Remake von Regisseur Les Wiseman („Underworld“, „Stirb Langsam 4.0“) an dieses seit einigen Jahren etablierte Rezept und erfüllt damit die Erwartungen. Bei genauerer Betrachtung ist die Geschichte sogar näher an der Vorlage von Autor Philip K. Dick als Verhoevens Variante: alles spielt auf der Erde statt zur Hälfte auf dem Mars; der Look ist weniger schrill und geht mehr in Richtung „Blade Runner“ (auch von Dick). Hinzu kommen einige nette Eigenideen. Sofern man sich nicht grundsätzlich gegen Remakes sträubt, ist „Total Recall“ ein wirklich ordentliches.

Klar, der kuriose Charme, der den 1990er „Total Recall“ maßgeblich ausmacht, wird in der neuen Version im Keim erstickt. Dafür ist Wisemans Version ein geradliniger Sci-Fi-Kracher, der einfach hervorragend aussieht und insbesondere mit einer hervorragenden Besetzungsliste punktet. Der solide Colin Farrell („Brügge sehen… und sterben?“) wirkt da sogar nur wie der Moderator einer illustren Schar von Ensemblemitgliedern.

Kate Beckinsale und Jessica Biel in einem Film? Mehr arschtretender Sexappeal auf der Leinwand geht kaum, und mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. „Breaking Bad“-Held Bryan Cranston („Drive“) verleiht seiner Rolle des Bösewichts mühelos feinere Züge als sein Vorgänger. Weitere bekannte Gesichter gibt es in Form von John Cho („American Pie“) und Bill Nighy („Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“), die leider beide zu wenig Leinwandzeit erhalten. Zwei liebgewonnene Figuren aus dem früheren Film wurden sogar ganz entfernt, damit sich das Trio im Mittelpunkt mehr entfalten kann, was der Erzählung zugegebenermaßen guttut.

Wenn Dubstep zum Soundtrack der Zukunftsvision einer verkommenen Welt wird, in welcher synthetische Soldaten herumlaufen, die an die Klonkrieger in „Star Wars“ erinnern, weiß man nicht, ob man lachen oder den Kopf schütteln soll. Ansonsten liefert „Total Recall“ mit dem spannenden Ansatz des auf engstem Raum zusammengepferchten Mix der Kulturen einen faszinierenden, stimmungsvollen Look. Die zahlreichen ausgiebigen Verfolgungsjagden, die in den entsprechenden Kulissen stattfinden, gehören zum uninteressantesten, was der Film zu bieten hat, so spektakulär sie auch inszeniert sind. Dabei merkt man dann nicht nur, wie sehr die Gewalt gegenüber dem Originalfilm entschärft wurde, sondern auch, dass die „Total Recall“-Geschichte eben vor allem von Geheimnissen, Verwirrung und Überraschung lebt.

„Total Recall“ ist ein unterhaltsames, spannend besetztes und beeindruckend ausgestattetes Spiel mit Traum, Realität und Identität. Als glattgebügeltes Remake eine respektable Anpassung an heutige Sehgewohnheiten mit ein paar sympathischen Anspielungen auf das Original und die Abwandlungen davon. Es gab vor nicht langer Zeit schon merklich sinnlosere Neuverfilmungen und weniger stimmige Science-Fiction-Spektakel…

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7 Kommentare

  1. Das hört sich ja mal gar nicht schlecht an! Mir kam das Remake allein aufgrund des Trailers schon „glattgebügelt“ vor und damit scheine ich ja nicht falsch zu liegen. Schade natürlich, dass diese Fassung gegenüber dem Original so sehr entschäft worden ist bzw. werden musste, ist sie doch wirklich näher an der Vorlage und für mich als Schwarzenegger-Verächter ansonsten eine echt lohnenswerte Alternative (ja, auch wegen Kate und Jessica…)

    • Also wenn man Arnie, der das Original erst so super spaßig macht, verachtet (WTF!?), dann ist das Remake natürlich erst recht interessant. 🙂

  2. Für mich ist „Total Recall“ (2012) ein vollkommen belangloser Sci-Fi-Kracher ohne Besonderheiten, den ich morgen wieder vergessen haben werde.

    • Kann ich nachvollziehen, aber ich finde wohl einfach die Grundidee schon so interessant, dass es das Remake für mich eigentlich gar nicht versauen konnte.

      • den hab ich lang nicht mehr gesehen. ich finde es nur immer wieder interessant wie viele der modernen action-filme an extremen spannungsabfall zum ende hin neigen.
        erst wird die ganze story (3/4 das films)sinnlos gemacht…um dann doch noch zum finalen schlag auszuholen. wie mich dieses immer gleiche schema nervt…einfach langweilig.

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