Uhrwerk Orange

Filmposter Uhrwerk Orange

7/10

Originaltitel: A Clockwork Orange
GB | 1971 | 137 Min. | FSK: ab 16
Drama, Science-Fiction, Satire, Romanadaption
Regie: Stanley Kubrick
Drehbuch: Stanley Kubrick
Besetzung: Malcolm McDowell, Warren Clarke, Michael Bates, James Marcus, Michael Tarn u.a.
Kinostart: 23.03.72
DVD/Blu-Ray VÖ: 23.08.01/06.12.07

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Der junge Beethoven-Liebhaber Alex zieht mit seiner Bande, den Droogs, nachts durch London und erfreut sich an Misshandlungen und Vandalismus. Als seine Droogs ihm eines Nachts den Rücken kehren, wird er verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Dort soll mit fragwürdigen und noch kaum getesteten Mitteln wieder ein guter Mensch aus ihm gemacht werden.

Wie ist der Film?

„Uhrwerk Orange“ ist Kubricks schwierigster, weil undurchsichtigster Film. Er stellt so viele Fragen über menschliches Verhalten, Moral, Psychologie, Politik und die Gesellschaft, dass er es geradezu darauf anlegt, falsch verstanden zu werden. Viel Kontroverse – und daraus resultierend auch ein Kult – ergab sich durch die vermeintliche Verharmlosung von Gewalt, wie sie im Film durch Zeitlupen, Fröhlichkeit und klassische Musik erreicht wird. Das macht einfach neugierig und bescherte „Uhrwerk Orange“ seinen hohen Status in der Filmgeschichte. Doch so zweifelhaft, wie der Inhalt dieser Romanverfilmung bleibt, so klar auf der Hand liegt Stanley Kubricks fantastisches Gespür für inspirierte Bilder.

Während der Vorgängerfilm „2001 – Odysse im Weltraum“ beeindruckende Schönheit an den Tag legt, zelebriert Kubrick in „Uhrwerk Orange“ mit sich beißenden Farben das Hässliche, Bizarre, Verstörende. Die dystopische Zukunftsvision zeigt viele wunderbar schrille Kostüme und Sets, welche von der akribischen Kameraarbeit leben. Die Kamera wird gerne genau in der Mitte eines Raumes aufgestellt, häufig auch unter Verwendung eines Fischaugenobjektivs, was den Bildrändern einen unnatürlichen Touch verleiht. Abgerundet wird die faszinierend eigenartige Atmosphäre durch das gelegentliche Spiel mit Zeitlupe und Zeitraffer, den fiktiven Jugendjargon „Nadsat“, den die Hauptfiguren sprechen sowie natürlich die treffende, manchmal herrlich sarkastische Musikuntermalung durch befremdliche Synthesizer und bekannte Klassik-Stücke.

Kubrick spielt hier sowohl auf inhaltlicher als auch formeller Ebene mit abstoßenden Dingen. So hat er in gewisser Weise auch einen abstoßenden Film geschaffen, jedoch auf eine eher faszinierende Art. Hauptfigur Alex ist das „Uhrwerk Orange“ – nach außen die lebendige Frucht und innen die fremdbestimmte Mechanik –, stark gespielt von Malcolm McDowell. Der gleichnamige Film nach dem gleichnamigen Buch ist eine genüsslich hochstilisierte, symbolische Vision von Gewalt in der Gesellschaft; eine seltsame, ergebnislose Abhandlung über „richtig“ und „falsch“, die sich gegen Ende leider merklich in die Länge zieht und in erster Linie von ihren brillanten gestalterischen Ideen lebt. Ein filmisches Unwohlsein, das sich lohnt.

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3 Kommentare

  1. schade, ich gehe mit deiner kritik zu „uhrwerk orange“ so beispielos selten konform, wie sonst mit keiner anderen kritik hier im archiv, schade.

    das dürfte bislang deine schwächste arbeit sein, mit der ich das vergnügen hatte… ich wünsche dieses rendezvous wäre mir erspart geblieben. 7 von 10 punkte ist schon unverschämt schlecht, dann auch noch der vermasselte einstieg bei „worum geht´s“ und wenn du diesen film, wie ich, mehrmals gesehen und vorallem verstanden hättest, dann wüsstest du, das die gewalt, die triebhaftigkeit und das suchtverhalten in diesem bizarren london der zukunft eben NICHT so eine bedeutende rolle spielen, wie die fragen nach dem freien willen! ist ein mensch gut, wenn er nicht böse sein kann? dieser aspekt bleibt völlig unberücksichtig. die besondere rolle der sprache und der musik (wunderbarer soundtrack übrigens), werden von dir nur kurz erwähnt und als „untermauerung“ reduziert, schade.

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