Von Caligari zu Hitler

Filmposter Von Caligari zu Hitler

6/10

Originaltitel: Von Caligari zu Hitler
DE | 2014 | 118 Min. | FSK: ab 0
Dokumentation
Regie: Rüdiger Suchsland
Drehbuch: Rüdiger Suchsland
Kinostart: 28.05.15
DVD/Blu-Ray VÖ: 26.02.16

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Szenenbild © Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Worum geht’s?

Was weiß das Kino, was wir nicht wissen? Angelehnt an die Thesen des berühmten Filmkritikers Siegfried Kracauer untersucht Rüdiger Suchsland die deutsche Filmgeschichte zwischen zwei Weltkriegen. Eine Epoche, in der quasi alle Genres erfunden und die ästhetischen Grundlagen des Kinos etabliert wurden.

Wie ist der Film?

In seinem 1947 erschienenen Buch „Von Caligari zu Hitler“ stellt Siegfried Kracauer kurzgesagt die These auf, der deutsche Film der Weimarer Republik habe den Nationalsozialismus unbewusst vorweggenommen. Filmkritiker Rüdiger Suchsland klaut sich den Buchtitel, um in seiner Dokumentation seine eigenen Gedanken zum Thema zu erläutern. Statt das Buch zu verfilmen, nimmt Suchsland es nur als Aufhänger, um eine Lanze für eine Epoche deutscher Kinogeschichte zu brechen, die er – etwas übertrieben, doch nicht ganz zu Unrecht – als „vergessen“ bezeichnet.

Szenenbild Von Caligari zu HitlerCaligari, Nosferatu, Mabuse – wahnsinnige Genies und ihre Marionetten scheinen tatsächlich eine politische Zukunft anzudeuten. Kracauers These ist so spannend wie plausibel, was Suchsland als Dauerkommentator, begleitet von schöner Musik, anhand zahlreicher Beispiele veranschaulicht. „Von Caligari zu Hitler“ glänzt vor allem durch die riesige Anzahl klug montierter Filmausschnitte. Nur ab und zu mogeln sich die Gesichter der fünf Interviewten dazwischen. Fünf Interviewte, deren Auswahl etwas willkürlich und unstimmig wirkt, zumal dem vergleichsweise emotional erzählenden Fatih Akin vier recht analytische Stimmen entgegengesetzt werden.

Es ist sein Regiedebüt, doch bleibt Suchsland dabei weitestgehend in seiner üblichen Rolle: Journalist und Kritiker. „Von Caligari zu Hitler“ ist ein umfassendes Essay von einnehmender Bildsprache, das schließlich etwas eintönig und lang gerät; in seiner Zielgruppe eine Spur zu elitär, um wirklich für das Weimarer Kino zu begeistern. Nichtsdestotrotz taugt die Dokumentation als Aufklärung über eine Epoche, die viel mehr war als Expressionismus und als Anstoß für den Filmfan, sich mal (wieder) ausführlicher mit den Anfängen der ‚siebten Kunst‘ zu beschäftigen.

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