Wege zum Ruhm

Filmposter Wege zum Ruhm

8/10

Originaltitel: Paths of Glory
USA | 1957 | ca. 84 Min. | FSK: ab 12
Kriegsfilm, Gerichtsfilm, Drama, Romanadaption
Regie: Stanley Kubrick
Drehbuch: Stanley Kubrick, Calder Willingham, Jim Thompson
Besetzung: Kirk Douglas, Ralph Meeker, Adolphe Menjou, George Macready u.a.
Kinostart: 25.10.57
DVD/Blu-Ray VÖ: 14.03.08

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

1916; die Fronten im Ersten Weltkrieg haben sich in Schützengräben verschanzt und kämpfen um jeden Meter, den sie im Feindgebiet erobern können. Als sich eine Gruppe von Soldaten angesichts des massiven Bombenhagels und der quasi nicht vorhandenen Überlebenschance weigert, zu versuchen, hinter deutsche Linien zu dringen, lässt der wütende General nahezu willkürlich drei von ihnen auswählen und sie vor dem Kriegsgericht der Feigheit vor dem Feind anklagen. Der zuständige Regimentskommandeur versucht, seine Leute zu schützen und appelliert an die Vernunft.

Wie ist der Film?

In erster Linie ist dieses (Anti-) Kriegsdrama der Weg zum Ruhm für die Buchvorlage. Was Kubrick daraus formte, ist ein immer noch verhältnismäßig preiswertes aber in den richtigen Momenten bildgewaltiges Stück Filmgeschichte zu zwei genau gleich großen Akten, die – jeder auf seine Weise – gleichermaßen emotionsgeladen sind. Hier ist Kubricks Gespür für ästhetische Kamerabewegungen und –Einstellungen, was sich trotz stets wechselnder Kameramänner durch sein folgendes Werk ziehen wird, schon richtig gut zu erkennen. Das Gleiten durch die Schützengräber und schließlich über das brodelnde Schlachtfeld erzeugt nachhaltige Bilder.

Mittendrin brilliert ein charismatischer Kirk Douglas als Personifizierung von Kubricks Kritik an der Absurdität und Ungerechtigkeit des Krieges. Demgegenüber steht ein General als Antagonist, der aufzeigt, wie kurzsichtig und machthungrig militärische Führung sein kann. Elegant gelöst ist die Balance zwischen diesen beiden Hauptcharakteren durch eine dritte Figur, den zweiten General, der teils für beide Seiten Verständnis aufbringt.

Bei all den Botschaften verkommt die eigentliche Geschichte aber nicht zum Selbstzweck, sondern weiß zu berühren, nicht zuletzt, weil die Umgangsweisen der Soldaten mit ihrem Schicksal gut herausgearbeitet sind. Die Spezifizierung auf die Kriegssituation zwischen Deutschland und Frankreich sorgte zwar für kaum beabsichtigte Kontroverse, insbesondere mit empörten Franzosen, ist aber wichtig, da auf diese Weise eine hohe Authentizität gegeben wird, anders als bei Kubricks allererstem Film „Fear and Desire“ (1953), in dem es um einen nicht näher bestimmten Krieg geht.

„Wege zum Ruhm“ ist ein punktgenaues Antikriegsdrama mit Anleihen des Gerichtsfilms, das zeitlose moralische Fragen stellt und dabei angenehm kompakt bleibt. Eine erschütternde Geschichte mit einem hübsch melancholischen Ende, das zum Nachdenken anregt. Zweifellos einer der besten seines Genres und auch eine rundere Sache als Kubricks eher zwiespältiger letzter Kriegsfilm „Full Metal Jacket“.

Wertungen (ø 9.3) [?]

8.0 – wieistderfilm.de
10 – Thomas Hunziker
10 – Ulrich Behrens

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Full Metal Jacket

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