Wiener Dog

Filmposter Wiener Dog

7.5/10

Originaltitel: Wiener Dog
USA | 2016 | 88 Min. | FSK: ab 12
Episodenfilm, Drama, Komödie
Regie: Todd Solondz
Drehbuch: Todd Solondz
Besetzung: Ellen Burstyn, Kieran Culkin, Julie Delpy, Danny DeVito, Greta Gerwig, Tracy Letts, Zosia Mamet u.a.
Kinostart: 28.07.16
DVD/Blu-Ray VÖ: 29.11.16

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © 2016 PROKINO

Worum geht’s?

Eine Hündin aus dem Tierheim soll dem kleinen Remi, der gerade den Krebs besiegt hat, zurück ins Leben helfen. Allerdings wechselt der Dackel (englisch: ‚wiener dog‘) durch eine Verkettung seltsamer Ereignisse noch mehrfach sein Zuhause. Auch eine verschüchterte Tierarzthelferin, ein erfolgloser Drehbuchautor und eine resignierte Seniorin kümmern sich um das schweigsame Tier.

Wie ist der Film?

Szenenbild Wiener DogIndependent-Filmmacher Todd Solondz („Happiness“) bleibt sich treu. Auch sein „Wiener Dog“ ist provokant und wunderbar unangepasst. Der Episodenfilm erinnert an Werke von Jim Jarmusch („Night on Earth“, „Coffe and Cigarettes“), nur zynischer. Gehen die einzelnen Segmente anfangs noch fließend ineinander über, verlieren sie später ihren Zusammenhang. Dass Solondz sich dessen bewusst ist, macht allein schon das alberne Intermezzo in der Filmmitte deutlich. Diese rebellische Haltung gegen Dramaturgie-Konventionen ist schlichtweg sympathisch. Ein Publikum, das sich sonst nur im Mainstream-Kino bewegt, wird hierbei gnadenlos vor den Kopf gestoßen.

Voller Weltschmerz vermitteln die Charaktere einen Eindruck ihres Lebens, bis das Drehbuch sie wieder ihrem Schicksal überlässt. Ausgerechnet ein Dackel hält diesen Mikrokosmos zusammen – und ist doch nur ein augenzwinkernder MacGuffin. Kurz vor der kollektiven Depression fängt Solondz seine Geschichte mit pechschwarzem Humor auf. Neben der emotionalen Julie Delpy („Before Midnight“), dem lakonischen Kieran Culkin („Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“) und der knuffigen Greta Gerwig („Frances Ha“) gefällt vor allem Danny Devito („L.A. Confidential“) als gebrochener Professor namens Dave Schmerz.

Die Kamera arbeitet fast ausschließlich mit statischen Einstellungen, wirkt dabei aber nicht gekünstelt oder fad, sondern erstaunlich natürlich und einfach passend zum bittersüßen Erzählstil. Dementsprechend spärlich und leise genügen die musikalischen Töne, plötzlich ironisch gebrochen vom eingängigen Country-Titelsong „The Ballad of Wiener Dog“. Köstlich. „Wiener Dog“ zeigt fragmentarisch und schrullig, aber auch sehr sensibel die tragikomischen Lasten des Daseins. Eine echte Indie-Perle.

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