Wir sind die Neuen

Filmposter Wir sind die Neuen

7.5/10

Originaltitel: Wir sind die Neuen
DE | 2014 | ca. 91 Min. | FSK: ab 0
Komödie
Regie: Ralf Westhoff
Drehbuch: Ralf Westhoff
Besetzung: Gisela Schneeberger, Heiner Lauterbach, Michael Wittenborn, Claudia Eisinger, Karoline Schuch u.a.
Kinostart: 17.07.14
DVD/Blu-Ray VÖ: 18.12.14

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © X-Verleih

Worum geht’s?

Anne ist um die 60, muss aus ihrer Wohnung ausziehen und kommt – auch aus finanziellen Gründen – auf die Idee, ihre WG aus Studienzeiten neu zu gründen. Ihre alten Freunde Johannes und Eddi willigen ein. Doch beim Begrüßen der Nachbarschaft von oben fällt das lebenslustige Trio aus allen Wolken: Die Studierenden von heute sind hochempfindlich und längst nicht mehr das, was sie mal waren.

Wie ist der Film?

Szenenbild Wir sind die NeuenNach einem Speed-Dating-Chaos und einer Paar-Analyse hat sich der vielversprechende Autorenfilmer Ralph Westhoff („Shoppen“, „Der letzte schöne Herbsttag“) in seinem dritten Kinofilm für eine doppelte Dreierkonstellation entschieden, um seinem Lieblingsthema weiter auf den Grund zu gehen. Auch diese Variation zwischenmenschlicher Reibereien seziert Westhoff mit einem überaus charmanten Sinn für Humor und Lebensnähe. Da ist wortwörtlich für Jung und Alt etwas dabei, mit sehr viel Herz und sehr wenig Kitsch.

„Wir sind die Neuen“ beschreibt unterhaltsam einen Generationskonflikt, der in erster Linie aus Sicht der ‚Oldies‘ erzählt wird, allerdings keines der beiden Lager als Favorit preisgibt. Vielmehr arbeitet Westhoff Unterschiede heraus und appelliert an das Lernen voneinander. Dabei gelingt dem Film stets die Balance zwischen dezenter Überspitzung und Natürlichkeit. Handwerklich bleibt alles schlicht, denn nur auf das Ensemble kommt es an. Gisela Schneeberger, Heiner Lauterbach und Michael Wittenborn bilden ein überaus liebenswertes Trio, das durch authentisches Spiel überzeugt. Die jüngeren Semester Claudia Eisinger, Karoline Schuch und Patrick Güldenberg blühen im fortgeschrittenen Handlungsverlauf ebenfalls auf. Die Chemie stimmt.

Zwischen Altersarmut, Zukunftsangst und verpassten Chancen spricht „Wir sind die Neuen“ sehr viele Themen an, belässt es jedoch bei eleganten Andeutungen und konzentriert sich auf scharfsinnige Dialoge. Leider wirkt der Film zuweilen in seinem eigenen Konzept gefangen, weil sich die auf wenige Schauplätze begrenzte Handlung – gerade in der ersten Hälfte – etwas im Kreis dreht. Zudem hat Westhoff es wieder verpasst, seiner Geschichte ein knackiges Ende aufzudrücken und lässt seine Figuren stattdessen einfach weiterziehen. Davon abgesehen erweist sich „Wir sind die Neuen“ jedoch als eine echte Komödien-Perle, die so augenzwinkernd wie entlarvend beobachtet, welche alten und neue Probleme unter deutschen Dächern lauern.

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1 Kommentar

  1. Na ja… ich fand das Filmchen jetzt ein bissel dünn.
    Ziemlich uninspiriert abgefilmtes Theater – obwohl’s ein Originaldrehbuch ist, das hier verfilmt wurde (was ja selten genug vorkommt…).
    Ein Unterhaltungsfilm, mehr nicht.

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