Wo die wilden Kerle wohnen

Filmposter Wo die wilden Kerle wohnen

7.5/10

Originaltitel: Where the Wild Things Are
USA | 2009 | 101 Min. | FSK: ab 6
Fantasy, Abenteuer, Drama
Regie: Spike Jonze
Drehbuch: Spike Jonze, Dave Eggers
Besetzung: Max Records, Catherine Keener, Mark Ruffalo u.a.
Kinostart: 17.12.09
DVD/Blu-Ray VÖ: 23.04.10

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Max ist ein aufgeweckter Junge im Grundschulalter, der sich mit seiner großen Kreativität die Zeit vertreibt, die seine Mutter und seine Schwester nicht für ihn haben. Eines Abends, als Max sich besonders vernachlässigt fühlt und seine Mutter obendrein einen neuen Freund nach Hause bringt, tickt er aus und flüchtet von zu Hause. Er steigt in ein Segelboot und findet sich nach mehrtägiger Reise auf einer großen Insel wieder, wo er in Form von großen, zotteligen Monstern neue Spielkameraden trifft.

Wie ist der Film?

Ein Film, der dank Handkameras und nie zu bunten Bildern wie ein Independent-Streifen aussieht, aber über ein sehr stattliches Budget verfügt und dabei gänzlich aus der Sicht eines kleinen Jungen erzählt wird – also mal wieder was anderes – das ist „Wo die wilden Kerle wohnen“. Die freie Adaption des gleichnamigen Bilderbuchklassikers besteht aus einer sehr simplen Geschichte, die jedoch psychologisch fein durchdacht ist. Regisseur und Drehbuchautor Spike Jonze lässt wie schon in „Being John Malcovich“ oder „Adaption“ die Grenzen zwischen Realität und Traum völlig verschwimmen, in diesem Fall jedoch ganz geradlinig und mit kindlicher Selbstverständlichkeit.

Die Welt, in der die Hauptfigur auf die zotteligen Monster trifft, ist eine waschechte Jungen-Fantasie, inklusive Szenen, die kleine Zuschauer auf dumme Gedanken bringen könnten. So schuf Jonze mit Max einen glaubhaften Protagonisten, dem in der Fantasiewelt, in die er sich flüchtet, verschiedene Spiegelbilder aus seinem Innern begegnen. Eine schlichte Kindergeschichte ist damit gleichzeitig eine gefühlvolle Erzählung über Ängste und Wünsche, welche von Kindern ungefiltert ausgelebt werden und auch im Erwachsenenalter ein stetiger Teil von einem selbst sind.

Die Mischung aus Kostüm und Computeranimation, die für die „wilden Kerle“ (unter denen übrigens auch weibliche Geschöpfe sind) eingesetzt wurde, erweist sich als sehr gelungen, da auch in den Szenen mit den Monstern ein gewisser natürlicher Look bewahrt wird. Begleitet von einem hübsch verträumten Soundtrack findet man sich gut in Max‘ Welt ein und lässt sich vor allem am Ende berühren, auch wenn die fantastische Reise so plötzlich ein Ende findet, wie sie beginnt.

Für einen Kinderfilm ist „Wo die wilden Kerle wohnen“ ziemlich melancholisch geraten. Als Erwachsenenfilm kann man ihn jedoch auch nicht bezeichnen, da sich die Geschichte komplett auf die kindliche Fantasiewelt beschränkt. Unterm Strich ist „Wo die wilden Kerle wohnen“ ein gewagter Familienfilm geworden, bei dem jeder einfach selbst austesten muss, ob er mit ihm zurechtkommt. Auf jeden Fall ist er restlos gut besetzt, sieht gut aus, klingt gut und ist, wie schon erwähnt, mal wieder etwas anderes. Klassische Geschichten und exzentrische Regisseure ergeben doch immer wieder eine interessante Mischung.

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