X-Men: Apocalypse

Filmposter X-Men: Apocalypse

6/10

Originaltitel: X-Men: Apocalypse
USA | 2016 | ca. 145 Min. | FSK: ab 12
Action, Comicadaption
Regie: Bryan Singer
Drehbuch: Simon Kinberg
Besetzung: James McAvoy, Michael Fassbender, Jennifer Lawrence, Oscar Isaac, Nicholas Hoult, Rose Byrne u.a.
Kinostart: 19.05.16
DVD/Blu-Ray VÖ: 22.09.16

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © 2016 Twentieth Century Fox

Worum geht’s?

Das alte Ägypten wird von einem mächtigen Mutanten namens Apocalypse beherrscht. Nachdem er im Schutt einer Pyramide begraben wurde, erwacht er 1983 zu neuem Leben. Enttäuscht von der Entwicklung der Welt, rekrutiert er willige Mutanten als seine apokalyptischen Reiter, um den Planeten zu ‚säubern‘. Ravan alias Mystique wendet sich an Professor X, um ein Team zu bilden, das sich Apocalypse entgegenstellen und die Auslöschung der Menschheit verhindern kann.

Wie ist der Film?

Szenenbild ApocalypseEine unglückliche Ausgangssituation: Nachdem „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ elegant den Bogen von den Original-Mutanten zu deren Prequel-Pendants spannte und einen erzählerischen Kreis schloss, stellt „X-Men: Apocalypse“ unweigerlich nur einen Nachklapp dar. Dass der Film partout noch einen draufsetzen will, kaschiert nicht seine eigentliche Hauptfunktion: für die Fangemeinde alle Charaktere abzuarbeiten, die zuvor keinen oder zu wenig Platz gefunden hatten.

„Apocalypse“ füllt (Unterhaltungs-) Lücken, indem endlich auch die jugendlichen Varianten von Cyclops, Jean, Nightcrawler und anderen auftauchen. Quicksilver, der absolute Publikumsliebling aus „Zukunft ist Vergangenheit“, erhält diesmal folgerichtig längere Szenen, womit die Macher auch direkt über das Ziel hinausschießen und sich ‚Ausverkauf‘ auf die Stirn schreiben. Der ultraschnelle Flegel bleibt hochamüsant, biedert sich dem Publikum jedoch zunehmend an. Unterdessen drehen sich die alten Konflikte zwischen den zentralen Figuren Xavier und Magneto sowie Mystique und Beast mehr oder weniger im Kreis.

Das Motiv des titelgebenden Bösewichts, den gesamten Planeten plattzumachen, wirkt derart hochgegriffen, dass es schon beliebig ist. Oscar Isaac („Inside Llewyn Davis“, „Ex Machina“) ist ein begnadeter Schauspieler, erweist sich als Apocalypse jedoch völlig fehlbesetzt, wenn unterm Makeup ausgerechnet sein Schlafzimmerblick als einziges Identifizierungsmerkmal übrigbleibt. So trifft ein riesiges, gut gemachtes Effekte-Gewitter auf relative Teilnahmslosigkeit seitens des Publikums. Fehlende Neuigkeiten im Superheldenkosmos fallen bei diesem Teil der Reihe besonders auf.

Nicht nur, dass die Charaktere in drei Dekaden Handlungsablauf seit „Erste Entscheidung“ praktisch nicht gealtert sind (nur die Mode hat sich verschlimmert), auch sonst bleibt im Mutantenstadl eigentlich alles beim Alten. Regisseur Bryan Singer verteilt zwischen den Zeilen erneute Seitenhiebe auf den ohne ihn entstandenen dritten Teil der Reihe und inszeniert ein konventionelles Helden-Spektakel. Für die Ausgangsidee, mit „Apocalypse“ den Ursprung der Mutanten zu erforschen bleibt leider keine Zeit. Stattdessen regieren pathetisch vorgetragene Moralpredigten rund um einen seltsam nebulösen Superbösewicht und fesche Kostüme, die aus dem Nichts erscheinen.

Ein paar nette Gags (Stichwort Metallica) muss man „X-Men: Apocalypse“ zugutehalten. Darüber hinaus kann der angebliche Abschluss einer Saga erzählerisch kaum mit den intelligenten Vorgängerfilmen mithalten und wird der herausragenden Besetzung nicht gerecht. Das krachende Popcorn-Kino dieser Art wird langsam aber sicher uninteressant.

Ähnliche Filme

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X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

2 Kommentare

  1. Die X-Men waren bei mir immer nur so beiläufig interessant. Das sich ein Franchise irgendwann aber mal filmisch totlaufen wird, ist zu erwarten. Bin gespannt, wann sich dieser Effekt im MCU einstellt. Bisher scheint das Konzept (aufgrund einiger noch frischer Ideen) ja noch zu funktionieren.

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