X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

Filmposter X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

7/10

Originaltitel: X-Men: Days of Future Past
USA | 2014 | ca. 132 Min. | FSK: ab 12
Action, Comicadaption
Regie: Bryan Singer
Drehbuch: Simon Kinberg
Besetzung: James McAvoy, Michael Fassbender, Jennifer Lawrence, Hugh Jackman, Nicholas Hoult, Ellen Page u.a.
Kinostart: 22.05.14
DVD/Blu-Ray VÖ: 02.10.14

Links zum Film:
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Bilder © 2014 Twentieth Century Fox

Worum geht’s?

Übermächtige Roboter, genannt Sentinels, sind kurz davor, die letzten Mutanten zu vernichten. Weil er der einzige ist, der den körperlichen Anforderungen standhält, reist Wolverine im Auftrag von Professor X 40 Jahre in der Zeit zurück, um die Herrschaft der Sentinels zu verhindern. Dafür muss Wolverine den jungen Professor sowie den jungen Magneto nochmals zusammenbringen und die inzwischen auf eigene Faust arbeitende Mystique vor einem folgenschweren Mord bewahren.

Wie ist der Film?

Bryan Singer, Regisseur von „X-Men“ und „X-Men 2“ ist nach einer Fortsetzung, einem Prequel und zwei Ablegern ohne seine führende Hand zurückgekehrt, um aufzuräumen und die Fangemeinde zu besänftigen. In „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ laufen die Fäden aus stolzen 14 Jahren Franchise-Geschichte zusammen, und dabei passiert etwas, das man den „Rocky Balboa“-Effekt nennen könnte: Eine späte Fortsetzung avanciert zur Krönung der Reihe, indem sie die Vorgänger emotional Revue passieren lässt und ansonsten auf altgediente Markenzeichen baut – in diesem Fall opulente Effekte versus tiefgründige Charakterzwists. Ein wahrlich clever angelegtes Fan-Geschenk.

Szenenbild X-Men: Zukunft ist VergangenheitEinige Figuren, die im Prequel noch ganz anders tickten, finden hier den Berührungspunkt mit ihren älteren Versionen. Obwohl die Vorgeschichte „X-Men: Erste Entscheidung“ mit gänzlich neuer Besetzung sowie neuem Regisseur ihren eigenen Weg ging, findet in „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ ein in sich stimmiges Aufeinandertreffen der ‚Retro-X-Men-Welt‘ und der ‚aktuellen‘ X-Men-Welt statt. Ein kleiner Durchbruch in der Filmgeschichte, wo Prequels doch fast immer für sich allein stehend ein trostloses Dasein fristeten. Abgesehen vom Prequel nimmt Singer in erster Linie auf seine Werke, also Teil 1 und 2 der Reihe Bezug, eher nur notgedrungen auch auf „X-Men: Der letzte Widerstand“, während die Geschehnisse von „X-Men Origins: Wolverine“ und „Wolverine: Weg des Kriegers“ zwar nicht ignoriert, aber auch nicht wirklich eingebunden werden. Das reicht aus.

Natürlich gilt es auch diesmal wieder, eine Vielzahl von Charakteren unter einen Hut zu bringen. Doch „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ hat einen Vorteil: Fast keine der Hauptfiguren muss mehr vorgestellt werden, die Prioritäten sind klar gesetzt und die neu eingeführten Mutanten bleiben schmückendes Beiwerk, ohne sich zu stark in die Haupthandlung einzumischen. So läuft niemand Gefahr, zu wenig Raum zu erhalten. Nun gut, die zum vierten Mal von Halle Berry gespielte Storm wirkt etwas verschenkt, aber das war noch nie wirklich anders. Die Urgesteine Patrick Steward und Ian McKellen üben sich in stilvoller Zurückhaltung, während sie den jüngeren Versionen von Professor X und Magneto – James McAvoy und Michael Fassbender – den Vortritt lassen.

Als kleines Highlight tut sich der kurze, aber sehr unterhaltsame Auftritt des superschnellen Neulings Quicksilver hervor, verkörpert von Evan Peters („American Horror Story“). Einziger wirklich elementarer Neuzugang ist jedoch Peter Dinklage („Game of Thrones“) als Wissenschaftler Boliver Trask, die Wurzel des Übels. Doch diese Figur verlangt ebenfalls nicht allzu viel Augenmerk, ist sie doch nur ein Alibi-Antagonist, weil die Mutanten die eigentlichen Konflikte unter sich klären. Jennifer Lawrence darf sich dabei als Mystique vollends entfalten, und Hugh Jackman besitzt auch in seinem nunmehr siebten Auftritt als Wolverine unveränderte Präsenz. Hier stielt kein Star dem anderen die Schau, dafür bewegt sich das Ensemble auf einem beachtlichen Niveau, kulminierend in einer schmucken Parallelmontage mit beiden Zeitebenen.

Nach sechs Filmen von fünf verschiedenen Regisseuren haben sich einige Ungereimtheiten in der Mutanten-Chronologie eingeschlichen, welche „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ mit der Zeitreisethematik tatsächlich eher bereinigt als sie noch zu verschlimmern. Wasserdicht sind Zeitreiseplots ja nie, doch Teil 7 der Reihe hinterlässt einen ausreichend schlüssigen Eindruck (zum Nachdenken bleibt ohnehin kaum Zeit). Gerade weil der Film stets damit beschäftigt ist, zu reparieren und eine harmonische Figurenkonstellation zu wahren, fehlen schlagkräftige Neuheiten, um bis dato skeptisches Publikum hinterm Ofen hervor zu locken. Fans hingegen werden vom gelungenen Mix aus Witz, Emotion und Spektakel begeistert sein. Es ist nicht zwingend der beste Teil der Reihe geworden, aber etwas Stärkeres hat die Saga vorher auch nicht abgeliefert.

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