Verrückte Kino- und TV-Rekorde

Was haben Pornos, Fußball und Robert Downey Jr. gemeinsam? Eine Wahnsinnsquote! Gerade im Film- und Fernsehgeschäft werden Zahlen geschrieben, die uns Normalsterblichen schier die Tränen in die Augen treiben. TV Digital veröffentlichte kürzlich eine liebevoll gestaltete Infografik über die verrücktesten Kino- und TV-Rekorde. Darin finden sich allerhand Kuriositäten.

Infografik Ausschnitt
Ein kleiner Ausschnit aus der animierten Riesengrafik.

In der zum Lesen dieses Satzes benötigten Zeit verdient Downey Jr. („Iron Man“) als bestbezahlter Schauspieler der Welt schon mal rund 10 Euro, Til Schweiger („Keinohrhasen“) als erfolgreichster deutscher Schauspieler immerhin einen halben. Hochgerechnet auf einen Arbeitstag, eine Woche oder ein ganzes Jahr ergibt das schwindelerregende Beträge. Ja, die Welt ist ungerecht. Aber noch interessanter ist vielleicht das Verhältnis zwischen gelösten Kinotickets und verzehrter Popcornmenge. Sind das wirklich viele Kinofans, oder sollten es viel mehr sein? Ist die Eintrittskarte überteuert oder vielmehr der obligatorische Snack dazu?

Während sich in unter 10 Sekunden weltweit rund 2000 Kinobesucher ansammeln, werden 250.000 Internetpornos angeklickt. Sollten Cinephile den Sexfilm ernster nehmen? Immerhin genießt das Genre eine Art isolierten Sonderstatus, obwohl es doch das erfolgreichste überhaupt ist. „Deep Throat“ (1972) erwirtschaftete bei Produktionskosten von 25.000 Dollar angeblich 600 Millionen Dollar. Zwischen Clips und kompletten Filmen besteht natürlich nochmal ein Unterschied. Von Sex zu Gewalt: Peter Jackson macht in Sachen Masse niemand etwas vor. Das meiste Kunstblut lässt „Braindead“ fließen, die meisten Toten beklagt „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“, aber das hat ja auch seine Richtigkeit.

Weniger richtig erscheint da schon die hohe Zahl illegaler Downloads, bei „Game of Thrones“, offenbar so viele wie bei keiner anderen Serie. Aber schaden die Downloads der Industrie wirklich so sehr? Angenommen der TV-Hit wäre ausschließlich auf legalem, meist kostenpflichtigen Wege erhältlich – würden dann alle interessierten ‚Downloader‘ doch die Geldbörse zücken, oder aber einfach verzichten? Wie viel ist ein Fan wert, der nicht bezahlt hat, aber aus Überzeugung Mundpropaganda betreibt?

Geschmäcker sind verschieden, doch wenn es etwas gibt, dass wirklich ‚jeder‘ sehen will, sind es Live-Veranstaltungen im Fernsehen. Nirgends schalten mehr Leute ein als beim Finale der Herrenfußballweltmeisterschaft, royalen Traumhochzeiten und vor allem bei der chinesischen Neujahrsshow, dem angeblich quotenstärksten TV-Event der Welt. Unter den deutschen Shows war „Wetten, dass..?“ am erfolgreichsten, bis Markus Lanz das Kultformat zu Grabe trug. Wird es bei uns je wieder ein vergleichbares Samstagabend-Phänomen geben?

Die Infografik liefert noch einige weitere interessante Zahlen und Fakten. So ganz genau kann man natürlich nie sagen, wer wann wieviel verdient, isst oder fernsieht, aber die Tendenzen lassen sich messen und die Quellen sind vorhanden.

Wie steht ihr zu illegalen Downloads, Kinobesuchen und deutscher Fernsehunterhaltung?

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