Warum Filme Festivals brauchen, und umgekehrt

roter Teppich

Es ist der Ort, an dem für frisch fertigstellte Filme alles beginnt. Die ersten Kontakte mit einem breiten Publikum und der Konkurrenz, erste öffentliche Feedbacks – die Momente also, in denen sich all die schweißtreibenden Produktionstage gelohnt haben sollen. Das erhoffte Karrieresprungbrett oder Comeback, und vielleicht eine Station auf dem Weg zum Oscar. Filmfestivals! Sie rufen Filmschaffende zur Einreichung ihrer Werke auf, wählen die besten Beiträge aus und lassen eine fachkundige Jury beziehungsweise das Publikum Preise vergeben. Ein Film ist wohl nie lebendiger als auf einem Festival. Er wird viel aufmerksamer gesehen als beim heimischen Zappen, viel reger diskutiert, gewürdigt und mit anderen Werken verglichen. Ein Filmfestival braucht Filme, aber auch umgekehrt.

Größere Produktionen durchlaufen oft eine ganze Reihe von Festivals, bevor sie eine reguläre Kino- beziehungsweise Heimkinoauswertung erhalten. Auf diese Weise können Verleiher sehen, was sich verkaufen lässt. Und es gibt kaum bessere Werbung als sich mit wichtigen Auszeichnungen zu brüsten. Wer kennt sie nicht, die von Lorbeerblättern umhüllten Hinweise auf Plakaten oder in Trailern? Je nach Popularität des Festivals genügt es sogar, angeben zu können, dass es der Film in die Wettbewerbsauswahl geschafft hat. Was bei einem Festival gezeigt werden darf oder gar gewinnt, muss gut sein. Natürlich nicht zwingend, doch so erhalten Filmfans wichtige Hilfestellungen im Meer der wöchentlichen Neuerscheinungen.

Mittlerweile gibt es für jede Sparte eigene Festivals, regional, national und international, auf unterschiedlichsten Niveaus, und das ist auch gut so. Zu den größten, wichtigsten Filmfestivals der Welt gehören die Filmfestspiele von Cannes, die Filmfestspiele von Venedig sowie die Berlinale. Dort sind glanzvolle Werke und ein riesiges Staraufgebot garantiert. Unter das, was man ‚Hollywoodfilme‘ nennt, mischen sich auch immer wieder kleinere, von den großen Studios unabhängige Produktionen. Da der Independentfilm seit den 90er Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnt, florieren auch die reinen Independentfilmfestivals. GoEuro hat eine interessante Top 10 aktueller Indie-Filmfestivals zusammengestellt.

Als Mekka des Independentfilms gilt das Sundance Film Festival in Utah (Jury- und Publikumspreis 2014: „Whiplash“). Dort trifft internationale Prominenz auf freigeistiges Filmemachen. Aber auch kleine Veranstaltungen haben ihren Charme und zeigen Werke, die ebenfalls eine Plattform brauchen, gerade im Kurzfilmbereich. Wer die Chance hat, Festivals in der Umgebung zu besuchen, sollte diese auch wahrnehmen, denn dort ist das Filmegucken tatsächlich noch ein Erlebnis.

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