A Nightmare on Elm Street

Filmposter A Nightmare on Elm Street

5/10

Originaltitel: A Nightmare on Elm Street
USA | 2010 | 95 Min. | FSK: ab 16
Horror, Remake
Regie: Samuel Bayer
Drehbuch: Wesley Strick, Eric Heisserer
Besetzung: Jackie Earle Haley, Kyle Gallner, Rooney Mara, Katie Cassidy, Thomas Dekker u.a.
Kinostart: 20.05.10
DVD/Blu-Ray VÖ: 22.10.10

Links zum Film:
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Worum geht’s?

Die junge Nancy muss miterleben, wie einige ihrer Schulfreunde nach und nach auf mysteriöse Weise zu Tode kommen. Sie alle träumten von einem mit Brandnarben übersäten Mann namens Freddy. Tötet er einen im Traum, stirbt man auch in der Realität. Nancy sucht unter chronischem Schlafentzug die Verbindung zwischen den Opfern und hofft auf Antworten, die ihr Leben retten können.

Wie ist der Film?

Die von Michael Bay („Transformers“) geführte Produktionsfirma Platinum Dunes, die sich auf Horror-Remakes spezialisiert hat und uns auch schon den lauen „Freitag der 13.“ (2009) einbrachte, hat es wieder getan: eine alte Grusel-Ikone ins Delirium des digitalen Zeitalters befördert. „A Nightmare on Elm Street“ ist eine sterile Neuverfilmung, der einfach die Seele fehlt. Werbespot- und Videoclip-Regisseur Samuel Bayer reiht Albträume und Schreckmomente aneinander, ohne dabei zu merken, dass sein Spielfilmdebüt weit unter seinen Möglichkeiten bleibt.

Anders als bei „The Last House on the Left“ wurde Wes Craven nicht mit einbezogen, um beim Remake seiner Erfindung mitwirken zu können. Man spürt diese Abwesenheit. Legitimer ist dagegen das erstmalige Fernbleiben des originalen Freddy-Darstellers Robert Englund. Mit dem gleichen Hauptdarsteller wie früher wäre der Neustart der Reihe schließlich kein Neustart. Leider kann Jackie Earle Haley („Watchmen“, „Little Children“) der Legende namens Freddy Krueger kaum frischen Wind verpassen. Der Film will bewusst nicht den abgedrehten, schwarzhumorigen Freddy zeigen, wie man ihn seit „Nightmare 3 – Freddy lebt!“ kennt, sondern einen ernsteren, bedrohlichen, wie ihn Wes Craven ursprünglich ersonnen hatte. Leider kam dabei ein halbgarer Mischmasch aus ambitionslosem Herumschlendern und mittelmäßigen Onelinern heraus. Haley kann es nicht überspielen, dass seine dicke Makeup-Schicht ihn behindert und geht daher höchstens in seinen Rückblickszenen, die vor Kruegers feuriger Hinrichtung spielen, richtig auf. Zudem wird die Chance, das neue Freddy-Gesicht erst spät ganz zu enthüllen und damit Spannung zu erzeugen, völlig verschenkt. So, wie der neue Freddy Krueger in Szene gesetzt ist, wirkt er weder lustig noch wirklich furchteinflößend.

Freddy muss diesmal auch nicht allzu viel arbeiten. Allein schon weil seine Opfer nun selbst bei der abwegigsten Gelegenheit einschlafen, z.B. beim Schwimmen. Die Traumszenarien fallen leider nicht so ideenreich aus, wie man es angesichts der heutigen Mittel und des ordentlichen Budgets hätte erwarten dürfen. Nun gut, die Frage ist natürlich, was genau man eigentlich von diesem Remake erwartet. Schließlich war Teil 1 der Reihe, der hier als Vorlage diente, lange nicht so schrill wie seine Nachfolger. Da die Originalgeschichte jedoch ohnehin nur sehr lose adaptiert wurde (von der Protagonistin Nancy ist eigentlich nur der Vorname übernommen) und man sich vereinzelt auch bei Motiven aus den Fortsetzungen bediente, hätten die Macher visuell wirklich mehr auf die Kacke hauen können. Stattdessen bleibt es oft beim bloßen Zitieren prägnanter Szenen aus dem Original, einmal sogar unfreiwillig komisch, als der erste Mord des Originalfilms mit verbesserten Effekten neu aufgesetzt wird und dann mehr lächerlich als verstörend aussieht.

In Ordnung und wie gewohnt kaum der Rede wert ist das Schauspiel der hübschen Mittzwanziger, die die 16- bis 18jährigen High School Schüler verkörpern. Was die Dialoge und Freddys Albtraumwelt angeht, hat sich das Drehbuch dem hoffnungslosen Remake-Mittelmaß verschrieben. Dafür zeigen sich aber in einigen Details gute Ansätze. Zum einen wirken die Konsequenzen des drastischen Schlafentzugs durchdachter; eindrucksvoll vor allem, wenn sich Traum und Realität irgendwann blitzlichtartig abwechseln, hervorgerufen durch zwanghaften Sekundenschlaf und drohendes Koma. Zum anderen wurde Freddy Kruegers Motiv zeitgemäß ausformuliert. Allerdings führt Letzteres zu einer neuartigen, furchtbar unglaubwürdigen Auflösung.

„A Nightmare on Elm Street“ versucht, inhaltlich mit neuen Denkansätzen zu überzeugen und ist dabei mal mehr, mal weniger erfolgreich, bleibt aber bei den mindestens genauso wichtigen Aspekten – Ausstattung und Atmosphäre – viel zu uninspiriert und verlässt sich zu oft auf abgegriffene Erschreck-Szenen, statt das Potential des Grundthemas auszuschöpfen. Für alle, die die alten Filme nicht kennen, bleibt immerhin solider Grusel. Die Kenner müssen sich eingestehen, dass trotz netter Momente, wie dem witzig überspitzten Schlussgag, jeder der acht originalen Filme besser abschneidet (außer vielleicht „Freddy’s New Nightmare“, der sich einer objektiven Wertung entzieht). Jackie Earle Haley hat jedenfalls schon für zwei Fortsetzungen unterschrieben. Ob darin eine Chance zur Besserung oder nur der unaufhaltsame Weg in den Abgrund liegt, wird sich zeigen.

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