Das Rettungsboot

Filmposter Das Rettungsboot

7/10

Originaltitel: Lifeboat
USA | 1944 | ca. 93 Min. | FSK: ab 12
Thriller, Drama, Kriegsfilm
Regie: Alfred Hitchcock
Drehbuch: Jo Swerling, Ben Hecht, Alfred Hitchcock
Besetzung: Tallulah Bankhead, Walter Slezak u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 23.01.06

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Der Zweite Weltkrieg. Ein amerikanisches Passagierschiff wird von einem deutschen U-Boot versenkt. Einige Schiffbrüchige aus verschiedenen sozialen Schichten gelangen in ein Rettungsboot. Später stößt ein Deutscher von dem ebenfalls gesunkenen U-Boot hinzu. Er erweist sich als sehr hilfreich, doch das Misstrauen der Anderen sorgt stets für Spannungen.

Wie ist der Film?

Hitchcocks Experiment des ausschließlich auf engstem Raum spielenden Films über einen Mikrokosmos des Krieges war nicht nur inszenatorisch, sondern auch inhaltlich ein wirklich heikles Vorhaben. Letztlich darf man natürlich froh sein, dass er es in Angriff nahm. Heraus kam einer der unbekannteren Hitchcocks, aber ein sehenswerter allemal.

Nach der geschickten aber leider unsauber geschnittenen Einleitung, die mit simplen Bildern die Ausgangssituation klar macht, lässt Hitchcock die Kamera nicht mehr aus dem Boot heraus, bis auf minimale Ausnahmen wie die Einstellung eines Fisches im Wasser. Diese Konsequenz zahlt sich aus, da man so in die Spannung unter den Charakteren richtig mit einbezogen wird und dabei erkennen darf, wie unwichtig alles andere ist bzw. sein kann, wenn Schauspieler und Dialoge stimmen. Am erwähnenswertesten ist die sympathische Darstellung von Tallulah Bankhead als leicht zynische Lady unter dreckverschmierten Arbeitern.

Hat man sich mit den Ausgangsbedingungen der Geschichte angefreundet, wird die Spannung durchgehend gehalten, etwa eine Stunde bestimmt. Zwangsläufig beginnt das Konzept dann nach einer gewissen Zeit, sich abzunutzen. Doch gegen Ende wird die Geschichte mit ein paar guten Einfallen nochmal gestrammt.

„Das Rettungsboot“ ist ein Propagandafilm, aber mit einer durchaus erträglichen Form von Propaganda. Er veranschaulicht, dass die Demokratie nur in Zusammenhang mit Einigkeit stark genug sein kann, um sich dem mächtigen Feind (Nationalsozialismus) gegenüber zu stellen. Dennoch wurde der Film selbst in seinem Herstellungsland aufgrund von Fehlinterpretationen sehr kontrovers aufgenommen und erntete entrüstete Kritiken, da der Nazi den anderen als überlegen dargestellt wird. Gerade das schafft den gewissen Reiz des Films und zeigt immerhin, dass die Botschaft nicht zu plump vermittelt wird.

„Das Rettungsboot“ ist Hitchcocks ultimatives Kammerspiel samt Antikriegsfilm, mit realistischem Look, starken Schauspielern und Spannung durch einfachste Mittel. Ein frühes wie gelungenes Experiment des Meisters, der hier auch einen seiner coolsten Cameos überhaupt absolviert. – Er erscheint in einer Zeitungsanzeige über ein Wundermittel zum Abnehmen.

Bis in die 2000er lief der Film in Deutschland nur mit Untertiteln. So sollte es auch bleiben, denn die moderne deutsche Synchronisation wirkt an sich schon befremdlich und macht aus dem deutschen Nazi auch noch einen Holländer, um das Thema der Verständigungsprobleme beizubehalten. Originalfassung dringendst empfohlen.

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2 Kommentare

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