Memento

DVD-Cover Memento8/10

Originaltitel: Memento
USA | 2000 | 109 Min. | FSK: ab 16
Mystery, Krimi, Thriller, Drama
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan
Besetzung: Guy Pearce, Carrie-Anne Moss, Joe Pantoliano u.a.
Kinostart: 13.12.01
DVD/Blu-Ray VÖ: 11.06.02/25.01.11

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © EuroVideo Medien GmbH

Worum geht’s?

Leonard hat durch einen Unfall die Fähigkeit verloren, neue Erinnerungen zu bilden. Mehrmals am Tag vergisst er, was gerade passiert war. Mit einem System aus Polaroid-Fotos und Tätowierungen hilft er sich dabei, sein einziges Ziel nach dem Unfall zu behalten: Den Mann zu finden, der seine Frau vergewaltigt und ermordet hat.

Wie ist der Film?

Basierend auf einer Idee seines Bruders Jonathan schrieb Christopher Nolan seinen zweiten Langfilm „Memento“ und erreichte damit den internationalen Durchbruch. Bei überschaubarem Budget und wenigen, einfachen Schauplätzen besticht der Film einzig durch sein geniales Grundkonzept, das es in dieser Konsequenz noch nie vorher gegeben hatte.

„Memento“ ist in zwei zerstückelte Erzählstränge eingeteilt, der kürzere (in Schwarzweiß) läuft chronologisch vorwärts und der längere (in Farbe) chronologisch rückwärts. Letzterer dient dazu, dem Publikum genauso Information zu verweigern, wie sie dem Protagonisten durch sein fehlendes Kurzzeitgedächtnis verweigert werden. Häppchen um Häppchen muss das Puzzle der Handlung zusammengesetzt werden, und obwohl das Ende bereits am Anfang gezeigt wird, bleibt die spannende Frage, wie und warum es dazu kam.

Szenenbild MementoPassend zur Hauptfigur präsentiert Nolan seine verschachtelte Erzählweise und fordert das Publikum damit zum durchgehenden Mitdenken auf. Ganz im Film noir-Stil hat man es dabei mit einem vom Schicksal gebeutelten und obendrein unzuverlässigen Ich-Erzähler zu tun. Etwaige ‚Logikfehler‘ können stets dadurch entkräftet werden, dass Erinnerungen keine Tatsachen sein müssen. So kann der Regisseur/Autor nur gewinnen – chapeau.

Guy Pearce („L.A. Confidential“) sowie Carrie-Anne Moss und Joe Pantoliano (beide: „Matrix“) geben ein geheimnisvolles Dreiergespann, musikalisch begleitet von zurückhaltenden Synthie-Streichern. Die einzig herausstechende Leistung bleibt das Drehbuch, das neben seiner komplexen Struktur und diversen Überraschungen auch noch ein paar existenzialistische Denkanstöße mit auf den Weg gibt. „Memento“ ist ein bitteres Neo-Noir-Thriller-Drama über das, was den Menschen im Leben antreibt, und vor allem ein raffiniertes wie gelungenes Form-Experiment von Christopher Nolan.

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