A Beautiful Day

Filmposter A Beautiful Day

7.5/10

Originaltitel: You Were Never Really Here
USA, FR, UK | 2017 | ca. 90 Min. | FSK: ab 16
Drama, Thriller
Regie: Lynne Ramsay
Drehbuch: Lynne Ramsay
Besetzung: Joaquin Phoenix, Judith Roberts, Ekaterina Samsonov u.a.
Kinostart: 26.04.18
DVD/Blu-Ray VÖ: 06.09.18

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia

Worum geht’s?

Joe lebt mit seiner pflegebedürftigen Mutter und hadert mit Traumata der Vergangenheit. Inzwischen rettet er gegen Geld Frauen, die dem Menschenhandel zum Opfer gefallen sind. Ein Senator bittet ihn, mit allen Mitteln seine entführte Tochter aus einem Pädophilen-Ring zu befreien.

Wie ist der Film?

Länger war es still um Ausnahmeregisseurin und -autorin Lynne Ramsay; nach „We Need to Talk about Kevin“ (2011) kehrt sie mit einem weiteren rätselhaften Psychodrama zurück. Die Romanverfilmung „A Beautiful Day“ ist eine sehr brutale Geschichte, obwohl oder gerade weil es kaum explizit gezeigte Gewaltmomente gibt. Vieles geschieht kaschiert oder im Off, aber der ernste, rohe, ja verzweifelte Grundton und der Fokus auf die traumatisierte Hauptfigur verleihen dem Film eine hohe Intensität.

Joaquin Phoenix („Her“) hat für die Rolle des Joe ordentlich zugelegt und trägt „A Beautiful Day“ mit einer seltenen physischen Präsenz, unterstützt von intimer Kameraführung, die Joes geschundenen Körper ausstellt. Mit ihm schuf Ramsay einen faszinierenden Antihelden, der so einschüchternd wie bemitleidenswert wirkt. Um Joes Vergangenheit zu beleuchten, die zu seiner buchstäblichen Lebensmüdigkeit führte, streut die Regisseurin kryptische Puzzleteile, die das Publikum selbst zusammensetzen muss. Flashbacks mischen sich mit surrealen Tagträumen und halten über die knackig kurze Laufzeit hinweg gebannt.

Einen entscheidenden Beitrag für die Atmosphäre leistet auch die experimentelle, von Dissonanzen durchzogene Musik, komponiert von Radiohead-Mitglied Jonny Greenwood. Die Musik untermalt nicht direkt Action und Dramatik, sondern das geplagte Innenleben des Protagonisten, analog zum Lärm der Großstadt, der hier besonders betont wird.

„A Beautiful Day“ ist ein bitterböses, von Joaquin Phoenix mächtig gespieltes Drama, das mit Konventionen spielt und zum Mitdenken herausfordert. Am Ende wirkt der Plot im Verhältnis zur Geheimniskrämerei ernüchternd, aber im Vordergrund steht ja auch die Charakterstudie, welche Ramsay erfrischend originell und packend inszeniert.

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