Inception

Filmposter Inception

9/10

Originaltitel: Inception
USA | 2010 | 148 Min. | FSK: ab 12
Science-Fiction, Thriller, Action
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan
Besetzung: Leonardo DiCaprio, Ken Watanabe, Joseph Gordon-Levitt, Marion Cotillard, Ellen Page, Tom Hardy u.a.
Kinostart: 29.07.10
DVD/Blu-Ray VÖ: 03.12.10

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter
Szenenbild © Warner Bros. Pictures Germany

Worum geht’s?

Dom Cobb, ein Spion, der Menschen im Traum Gedanken stiehlt, nimmt von einem Geschäftsmann namens Saito einen Auftrag an, der über seine Zukunft entscheidet: Cobb und sein Team müssen dem Sohn von Saitos gefährlichstem Rivalen eine emotionale Eingebung einpflanzen (Inception), damit dieser das Imperium seines sterbenden Vaters zerfallen lässt. Dies soll mittels mehrerer verschachtelter Traumebenen passieren, die künstlich herbeigeführt und im Vorfeld konstruiert sind. Cobbs von Schicksalsschlägen zerfressenes Unterbewusstsein mischt sich dabei immer wieder ein.

Wie ist der Film?

Autorenfilmer Christopher Nolan kann zum Ende der 2000er Jahre auf eine sensationell erfolgreiche Karriere blicken. Aber mit „Inception“ kommen all die Stilmittel harmonisch zusammen, mit denen Nolan in seinen Vorgängerwerken experimentierte: nichtlineares Erzählen („Memento“), Illusionen („Prestige – Die Meister der Magie“) und krachende Action („The Dark Knight“). Komplexe Ideen verschmelzen mit massentauglicher Unterhaltung. „Inception“ ist Nolans Popcornkino-Meisterwerk.

Zwischen Realität und konstruierter Traumwelt bewegten sich schon „Matrix“ und „eXistenz“; Verfolgungsjagden rund um die Welt kennt man von James Bond; Dom Cobb ist eine Art Danny Ocean. Aber diese bekannten Versatzstücke vermengt Nolan zu etwas Einzigartigem. Im ersten Viertel gibt es viel zu schlucken, doch ist erst einmal etabliert, was Träume, Erinnerungen und Manipulation in der Welt von „Inception“ bedeuten, zieht der Film in seinen Bann. Das Drehbuch erklärt nur das Nötigste und der Schnitt vergeudet keine unnötigen Sekunden. Nolan verfolgt hier wunderbar zielgerichtet sein Konzept, sodass die zweieinhalb Stunden kurzweilig vorbeiziehen.

Szenenbild InceptionAllein die optische Ästhetik versteht es, dem Publikum die Sprache zu verschlagen. Die Zeitlupen, Explosionen und physikalischen Verdrehungen wirken umso stärker, weil sie fest in einer realistisch anmutenden Umgebung verankert sind. Essenzielle Begleitung der Bilder ist Hans Zimmers Musik, die noch dramatischer dröhnt als in „The Dark Knight“. Die Kompositionen sind schnörkellos, aber ungeheuer effektiv.

„Inception“ gönnt sich eine Reihe von Stars, die durchweg überzeugen, auch die weniger naheliegend besetzten Sidekicks Joseph Gordon-Levitt („(500) Days of Summer“) und Ellen Page („Juno“). Allen voran brilliert Leonardo DiCaprio („Shutter Island“) in seiner Paraderolle des rauen, aber sensiblen Helden im emotionalen Konflikt. Tom Hardy („Bronson“) rundet die Gang mit einer Prise Komik glänzend ab.

Formell, inhaltlich, schauspielerisch – in „Inception“ stimmt alles. Ein ausgeklügelter Spannungsbogen geleitet durch eine Handlung, die Konzentration erfordert, ohne anstrengend zu geraten und Interpretationsspielraum lässt, ohne unentschlossen zu wirken, bis hin zu einem brillanten Ende. Der immense Hype hat seine Berechtigung. Eine gewisse Warmlaufzeit sowie das arg selbstverständliche Überleben der Helden im Kugelhagel gilt es, zu verschmerzen. „Inception“ ist nicht nur eine originelle Variation des Heist Movies, sondern sofortiger Kult und ein kleiner Meilenstein moderner Kinounterhaltung.

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3 Kommentare

  1. Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Der Hype hat mich relativ kalt gelassen und bis auf den zweiten Trailer habe ich so gut wie kein Material zum Film gesehen. Aber als ich ihn dann im Kino gesehen habe, war es um mich geschehen. Der Film war einfach großartig und durchdacht, jedoch nie zu abgehoben, sondern immer verständlich.

    Ich habe mir den Film inzwischen dreimal im Kino angesehen und jedes Mal habe ich einen neuen Aspekt bemerkt, durch den angebliche Logiklöcher vollkommen logisch erklärt werden konnten. Ganz großes Kino und (da Scott Pilgrim erst nächstes Jahr herauskommt) schon jetzt mein Highlight dieses Jahres.

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