jerks.

Jerks7.5/10

Originaltitel: jerks.
DE | seit 2017 | ca. 25 Min. | FSK: 16
Komödie
Regie: Christian Ulmen
Drehbuch: Johannes Boss, Christian Ulmen u.a.
Besetzung: Christian Ulmen, Fahri Yardım, Emily Cox, Pheline Roggan u.a.
DVD/Blu-Ray VÖ: 16.03.18/02.11.18/01.11.19

Links zur Serie:
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Bilder © MAXDOME/PROSIEBEN/ANDRÉ KOWALSKI

Worum geht’s?

Christian und Fahri sind beste Freunde, Schauspieler und leben mit ihrer jeweiligen Freundin in Potsdam. Immer wieder hadern sie mit ihrer beruflichen Entwicklung sowie Beziehungsproblemen, geben sich gegenseitig zweifelhafte Ratschläge und landen in prekären Situationen.

Wie ist die Serie?

Unter den deutschen Comedyserien sticht „jerks.“ deutlich hervor. Zum einen, weil Fiktion und Realität auf geradezu befremdliche Weise verschmelzen, vor allem aber, weil die Dialoge im Rahmen einer grob vorgegebenen Handlung improvisiert sind. Von bahnbrechender Innovation kann man nicht sprechen, denn das Konzept ist eine direkte Adaption der dänischen Serie „Kloven“. Nichtsdestotrotz sorgt die Verlagerung nach Deutschland – inklusive Parodie der deutschen Promilandschaft – für einen ganz eigenen Charme.

Zunächst verfolgt „jerks.“ stur eine Rezeptur, auf der sich zum Beispiel auch „King of Queens“ stets ausruhte: feige Lügen, die alles nur noch schlimmer machen. Als die Leier droht, langweilig zu werden, wird es in der zweiten Hälfte von Staffel 1 narrativ doch noch interessanter. Der ganze Handlungsstrang um Muriel, die einen schweren Unfall erleidet, ist ein Fest des pechschwarzen Humors. Hier lotet die Serie wahrlich und nicht zum letzten Mal Geschmacksgrenzen aus.

Szenenbild JerksNach und nach festigt sich das eigentliche Markenzeichen von „jerks.“: maximaler Fremdscham-Humor. Immer wieder werden Situationen herbeigeführt, die nahezu unerträglich unangenehm sind. In dieser Fast-Unerträglichkeit liegen ein gewisser Kick und meist auch grandioser Witz. Folge 2 in Staffel 2, in denen Christian und Fahri mit einigen Abiturientinnen losziehen, schießt den Vogel ab. Das muss man sich erst einmal trauen.

Die Hauptdarsteller Fahri Yardim und Christian Ulmen ergänzen sich perfekt und spielen (sich selbst) großartig. Gerade Yardim begeistert mit seiner Natürlichkeit, wobei seine Figur im späteren Verlauf etwas überzeichnet gerät. Ulmen gibt hier sein großes Comeback als kauziger Serienstar (vom „Tatort“ mal abgesehen), nachdem „Dr. Psycho“ (2007–2008) leider frühzeitig abgesetzt wurde. In „jerks.“ führt er sogar selbst Regie, und wahrscheinlich ist die Serie genau deshalb so kompromisslos. Emily Cox und Pheline Roggan sind als Lebensgefährtinnen glänzend gewählt. Zahlreiche Gaststars sorgen zudem stets für Abwechslung.

„jerks.“ tut weh – und der deutschen Fernsehlandschaft deshalb gut. Eine Art „Pastewka“ in härter und dreckiger; fiese Comedy, die allerdings nicht nach unten tritt. Die Folgen schwanken in ihrer Qualität, doch das ist angesichts des spannenden Impro-Konzepts verzeihlich. Leider hat die Serie kein richtiges Ende, sondern hört nach drei Staffeln einfach auf. Aber man weiß ja nie. Über Joyn kann man alle 30 Folgen kostenlos streamen.

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1 Kommentar

  1. Ich glaub, die erste Staffel hab ich sogar noch geschaut. Der Humor war mir aber stellenweise zu flapsig-oberflächlich. Einer der Gründe, warum ich die Serie nicht weiter verfolgt hab.

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