Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn

Filmposter Birds of Prey

7/10

Originaltitel: Birds of Prey (and the Fantabulous Emancipation of One Harley Quinn)
USA | 2020 | 110 Min. | FSK: ab 16
Comicadaption, Komödie, Action
Regie: Cathy Yan
Drehbuch: Christina Hodson
Besetzung: Margot Robbie, Ewan McGregor u.a.
Kinostart: 06.02.20
DVD/Blu-Ray VÖ: ?

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bild © 2020 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Worum geht’s?

Harley Quinn hat sich von ihrem Joker getrennt und muss nun lernen, nicht mehr nur im Schatten eines berühmten Mannes zu stehen. Ihr Weg kreuzt sich mit dem weiterer Kämpferinnen in Gotham City. Eine davon hat einen Diamanten gestohlen, der ausgerechnet dem mächtigen Gangster Roman Sionis gehört.

Wie ist der Film?

Harley Quinn, die beliebteste Halloweenkostümvorlage seit dem Joker, hat ihr eigenes Kinoabenteuer bekommen, und es ist wahrlich mehr als nur ein Spin-off. Die von Margot Robbie („Once Upon a Time in Hollywood”) gespielte Interpretation der Comicfigur tauchte zuerst in „Suicide Squad“ auf, wo sie von allen Charakteren am stärksten im Gedächtnis blieb. Jenem Film mangelte es an einem vernünftigen Rhythmus, einer klaren Vision und schlichtweg Kreativität. All das bringt jetzt „Birds of Prey“, und zwar als völlig eigenständiges Werk.

Szenenbild Birds of PreyDie Emanzipation steckt schon im Titel und wurde zum Glück durchgezogen: Hauptdarstellerin Robbie war auch als Produzentin tätig, konnte die aufstrebende Regisseurin Cathy Yan gewinnen, und mit Christina Hodson („Bumblebee“) wurde selbst der Drehbuchposten weiblich besetzt. Nachdem „Ghostbusters“ (2016) und „Ocean’s 8“ mäßig erfolgreich ‚weibliche Versionen von Klassikern‘ anboten, stellt „Birds of Prey“ eine deutlich tiefgreifendere Ansage an Hollywoods Männerdomäne dar.

Harley Quinn lässt sich weder Gut noch Böse zuordnen, sondern ist eine komplexe, nahbare Antiheldin, sodass das Publikum emotional am Ball bleibt. Jurnee Smollett („True Blood“), Mary Elisabeth Winstead („10 Cloverfield Lane“), Rosie Perez („The Counselor“) und Newcomerin Ella Jay Basco komplettieren eine bunte Gang mit reichlich Pfeffer. Ewan McGregor („Doctor Sleeps Erwachen“) wirkt als Gangsterboss auf den ersten Blick fehlbesetzt, doch je mehr die Figur ihre Eigenarten offenbart, desto besser funktioniert er. Mit den Comicvorlagen hat die ganze Konstellation wenig gemein, doch wer darauf wert legt, ist selbst schuld und bringt sich um eine Menge Spaß.

„Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn“ ist ein flammendes Plädoyer für Frauenpower und Gleichberechtigung, wirkt dabei aber nie politisch oder krampfig, sondern flippig und selbstironisch. Unter treibenden Beats werden Gangster- und Superhelden-Machismen auf wirklich witzige, erfrischende Weise dekonstruiert. Statt ermüdender CGI-Gewitter à la „Siucide Squad“ und „Justice League“ dominieren hier gut choreografierte Kampfszenen, fast gänzlich ohne Superkräfte. Eine schräge, einsame Perle im ansonsten nur ‚ganz okayen‘ DC Extended Universe.

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