Haus der 1000 Leichen

DVD-Cover Haus der 1000 Leichen

7/10

Originaltitel: House of 1000 Corpses
USA | 2003 | ca. 85 Min. | FSK: ab 18
Horror, Splatter
Regie: Rob Zombie
Drehbuch: Rob Zombie
Besetzung: Sid Haig, Bill Moseley, Sheri Moon Zombie, Karen Black, Chris Hardwick, Rainn Wilson u.a.
Kinostart: 29.01.04
DVD/Blu-Ray VÖ: 17.11.04/08.05.09

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Schnittbericht
Bild © Sunfilm

Worum geht’s?

1977. Unmittelbar vor Halloween landen zwei Pärchen auf der Durchreise bei dem zwielichtigen Clown Captain Spaulding, der nicht nur eine Tankstelle, sondern auch eine Geisterbahn betreibt. In letzterer erzählt er seinen Gästen von dem einst ortsansässigen Serienmörder Dr. Satan. Auf den Spuren des Dr. Satan geraten die Vier in die Fänge einer psychopathischen Familie.

Wie ist der Film?

Nachdem er endlich einen Verleih gefunden hatte, dem der Film nicht zu heikel war, erschien 2003 Rob Zombie mit „Haus der 1000 Leichen“ auf der Bildfläche und erwies sich in einer für den Horrorfilm recht schwierigen Zeit als wahrer Hoffnungsträger des Genres. Was der eigentlich im Musikgeschäft beheimatete Zombie da ablieferte, ist beachtlich – erst recht, weil es sich um sein Spielfilmdebüt handelt.

Nicht umsonst spielt „Haus der 1000 Leichen“ in den 70ern, orientiert er sich doch stark am Terrorkino dieses Jahrzehnts, insbesondere „Texas Chainsaw Massacre“ (1974). Wohlgemerkt erschien „Michael Bay‘s Texas Chainsaw Massacre“ (2003) erst kurze Zeit später, um eine Remake-Welle einzuläuten. Vordergründig mag „Haus der 1000 Leichen“ eine Klischee-Geschichte mit formellen Spielereien sein, erweist sich bei Genrefans allerdings schnell als herrliche Hommage, ebenso gespickt mit vielen Verweisen auf die noch älteren Horrorklassiker der 30er und 40er Jahre.

Zombie ist sich nicht zu schade für eine große Portion Humor und bettet diesen stringent in seinen Mix aus billigen Erschreck-Momenten und verstörenden Gruselbildern ein. Die eigenwilligen Schnittexperimente und die wilde Farbdramaturgie sind in diesem Kontext nicht einmal störend, sondern werden zur Seele des Films, gemeinsam mit dem Soundtrack, den der Regisseur größtenteils selbst gestaltete. Kurzweilige Unterhaltung für den Fan ist damit gesichert. Die Besetzung leistet alles in allem solide Arbeit; richtig gut und spaßig allerdings sind Sid Haig als schmieriger Captain Spaulding sowie Bill Moseley als Psychopath Otis.

Auch wenn die Charaktere blass und die Grundhandlung abgedroschen bleiben, gefällt „Haus der 1000 Leichen“ als regelrecht visionär inszenierte und wunderbar detailverliebte Verbeugung vor dem Horrorkino. Weil der Terror obendrein auf Halloween fällt, verwandelt Zombie seine Geschichte in ein unvergleichlich surreales Albtraumszenario mit einem bemerkenswert verrückten Showdown, der sich immer weiter hochschaukelt. Dieser kreative, losgelöste und dabei stets handgemachte Stil ist inmitten des Schlächter-Einerleis eine Wohltat – aber bitte nur ungekürzt!

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