Die OSCARS 2017: Überblick, Prognose, Kommentar

In der Nacht vom 26. auf den 27. Februar 2017 wurde in Los Angeles zum 89. Mal der renommierteste Filmpreis der Welt vergeben. Wie ist der Film? hat die Gewinner vorhergesagt.

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Filmposter ArrivalFilmposter Hacksaw RidgeFilmposter Hell or High WaterFilmposter La La LandFilmposter Manchester by the Sea

Die Nominierungen

wieistderfilm.de-Prognose = ★ / Gewinner

Bester Film

Arrival
Fences
Hacksaw Ridge – Die Entscheidung
Hell or High Water
Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen
La La Land
Lion – Der lange Weg nach Hause
Manchester by the Sea
Moonlight

Bester fremdsprachiger Film

Ein Mann namens Ove (Schweden)
The Salesman (Iran)
Tanna – Eine verbotene Liebe (Australien)
Toni Erdmann (Deutschland)
Unter dem Sand – Das Versprechen der Freiheit (Dänemark)

Regie

Damien Chazelle – La La Land
Mel Gibson – Hacksaw Ridge – Die Entscheidung
Barry Jenkins – Moonlight
Kenneth Lonergan – Manchester by the Sea
Denis Villeneuve – Arrival

Hauptdarsteller

Casey Affleck – Manchester by the Sea
Andrew Garfield – Hacksaw Ridge – Die Entscheidung
Ryan Gosling – La La Land
Viggo Mortensen – Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück
Denzel Washington – Fences ★

Hauptdarstellerin

Isabelle Huppert – Elle
Ruth Negga – Loving
Natalie Portman – Jackie: Die First Lady (Jackie)
Emma Stone – La La Land
Meryl Streep – Florence Foster Jenkins

Nebendarsteller

Mahershala Ali – Moonlight
Jeff Bridges – Hell or High Water
Lucas Hedges – Manchester by the Sea
Dev Patel – Lion – Der lange Weg nach Hause (Lion)
Michael Shannon – Nocturnal Animals

Nebendarstellerin

Viola Davis – Fences
Naomie Harris – Moonlight
Nicole Kidman – Lion – Der lange Weg nach Hause
Octavia Spencer – Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen
Michelle Williams – Manchester by the Sea

Adaptiertes Drehbuch

Luke Davies – Lion – Der lange Weg nach Hause
Eric Heisserer – Arrival
Barry Jenkins (Drehbuch), Tarell Alvin McCraney (Story) – Moonlight
Allison Schroeder und Theodore Melfi – Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen (Hidden Figures)
August Wilson (postum) – Fences

Originaldrehbuch

Damien Chazelle – La La Land
Giorgos Lanthimos und Efthymis Filippou – The Lobster
Kenneth Lonergan – Manchester by the Sea
Mike Mills – 20th Century Women
Taylor Sheridan – Hell or High Water

Kamera

Greig Fraser – Lion – Der lange Weg nach Hause
James Laxton – Moonlight
Rodrigo Prieto – Silence
Linus Sandgren – La La Land
Bradford Young – Arrival

Szenenbild

Patrice Vermette und Paul Hotte – Arrival
Jess Gonchor und Nancy Haigh – Hail, Caesar!
David Wasco und Sandy Reynolds-Wasco – La La Land
Guy Hendrix Dyas und Gene Serdena – Passengers
Stuart Craig und Anna Pinnock – Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Kostümdesign

Colleen Atwood – Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
Consolata Boyle – Florence Foster Jenkins
Madeline Fontaine – Jackie: Die First Lady
Joanna Johnston – Allied – Vertraute Fremde
Mary Zophres – La La Land

Make-up und Frisuren

Eva von Bahr und Love Larson – Ein Mann namens Ove
Joel Harlow und Richard Alonzo – Star Trek Beyond ★
Alessandro Bertolazzi, Giorgio Gregorini und Christopher Nelson – Suicide Squad

Filmmusik

Nicholas Britell – Moonlight
Justin Hurwitz – La La Land
Mica Levi – Jackie: Die First Lady
Thomas Newman – Passengers
Dustin O’Halloran und Hauschka – Lion – Der lange Weg nach Hause

Filmsong

„Audition (The Fools Who Dream)“ aus La La Land
„Can’t Stop the Feeling!“ aus Trolls
„City of Stars“ aus La La Land
„The Empty Chair“ aus Jim: The James Foley Story
„How Far I’ll Go“ aus Vaiana

Schnitt

Tom Cross – La La Land
John Gilbert – Hacksaw Ridge – Die Entscheidung
Jake Roberts – Hell or High Water
Nat Sanders und Joi McMillon – Moonlight
Joe Walker – Arrival

Ton

Andy Nelson, Ai-Ling Lee und Steve A. Morrow – La La Land
Kevin O’Connell, Andy Wright, Robert Mackenzie und Peter Grace – Hacksaw Ridge – Die Entscheidung
David Parker, Christopher Scarabosio und Stuart Wilson – Rogue One: A Star Wars Story
Greg P. Russell, Gary Summers, Jeffrey J. Haboush und Mac Ruth – 13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi
Bernard Gariépy Strobl und Claude La Haye – Arrival

Tonschnitt

Sylvain Bellemare – Arrival
Ai-Ling Lee und Mildred Iatrou Morgan – La La Land
Robert Mackenzie und Andy Wright – Hacksaw Ridge – Die Entscheidung
Alan Robert Murray und Bub Asman – Sully
Wylie Stateman und Renée Tondelli – Deepwater Horizon

Visuelle Effekte

Craig Hammack, Jason Snell, Jason Billington und Burt Dalton – Deepwater Horizon
Stéphane Ceretti, Richard Bluff, Vincent Cirelli und Paul Corbould – Doctor Strange
Robert Legato, Adam Valdez, Andrew R. Jones und Dan Lemmon – The Jungle Book
Steve Emerson, Oliver Jones, Brian McLean und Brad Schiff – Kubo – Der tapfere Samurai
John Knoll, Mohen Leo, Hal T. Hickel und Neil Corbould – Rogue One: A Star Wars Story

Animationsfilm

Kubo – Der tapfere Samurai ★
Mein Leben als Zucchini
Die rote Schildkröte
Vaiana – Das Paradies hat einen Haken
Zoomania

Animierter Kurzfilm

Blind Vaysha
Borrowed Time
Pear Cider and Cigarettes
Pearl
Piper

Kurzfilm

Ennemis Intérieurs ★
La Femme et le TGV
Silent Nights
Sing
Timecode

Dokumentarfilm

13th
I Am Not Your Negro
Life, Animated
O.J.: Made in America
Seefeuer

Dokumentar-Kurzfilm

4.1 Miles
Extremis
Joe’s Violin ★
Watani: My Homeland
The White Helmets

wieistderfilm.de-Prognose = ★ / Gewinner
Macht maue 14 korrekte Tipps von Wie ist der Film? und spricht für diverse Überraschungen.

Die Gala – ein Kommentar

Justin Timberlake verbreitet zur Eröffnung ausgelassene Stimmung. Er performt den nominierten Song „Can’t Stop The Feeling“ aus „Trolls“, gewissermaßen ein Pendant zu Pharell Williams‘ „Happy“. Late-Night-Show-Meister Jimmy Kimmel führt mit seiner unaufgeregten Art durch die Gala. Die meisten Pointen sitzen und sind zum Teil auch erstaunlich fies. Als Running-Gag zieht sich die Rivalität zwischen Kimmel und Matt Damon durch den Abend (Damon ist als Produzent von „Manchester by the Sea“ anwesend). Ein Glanzstück: In über den Abend verteilten Einspielern berichten Stars über ihre Lieblingsfilme, letztlich nur, damit Kimmel ebendiese Einspieler parodiert und sich über Damons Flopp „Wie kaufen einen Zoo“ lustig macht. Die Idee, für das Publikum zwischendurch Süßigkeiten von der Decke regnen zu lassen, ist nett. Ansonsten verläuft die Show – bist zu den letzten Minuten – ohne klare Höhepunkte (Amy Adams‘ Kleid mal ausgenommen).

Unter den Preisen gibt es einige Überraschungen. Ausgerechnet „Suicide Squad“ gewinnt einen der ersten Oscars des Abends (nicht ganz unverdient für das beste Makeup) und schlägt den Favoriten „Star Trek Beyond“. In der Kostümkategorie setzt sich „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ durch. Eigentlich naheliegend, doch sämtliche Wettbüros prognostizierten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen „Jackie“ und „La La Land“. Letzterer bleibt rund eine Stunde lang ohne Auszeichnung, holt dann aber kräftig auf. Nachdem Casey Affleck als Hauptdarsteller gegen den ebenso wahrscheinlichen Kandidaten Denzel Washington gewinnt, holt „La La Land“ wenig überraschend auch die Auszeichnung als ‚bester Film‘. Nahezu jeder Tippspiel-Profi sah „La La Land“ sowieso als sicheren Gewinner. Dann passiert das Unglaubliche.

Während der Dankesrede der „La La Land“-Fraktion entsteht Unruhe im Getümmel auf der Bühne. Im Hintergrund hört man eine konsternierte Emma Stone „Oh my god…“ sagen. Erleidet gerade jemand einen Herzinfarkt? Nein, Laudatorin Faye Dunaway hat gerade den falschen Sieger vorgelesen! Dunaway und ihren Laudatio-Partner Warren Beatty trifft keine Schuld, denn man hat ihnen den falschen Umschlag zugespielt – den für die bereits prämierte beste Hauptdarstellerin (Emma Stone in „La La Land“). Der Gewinnerfilm ist in Wahrheit „Moonlight“, womit im Vorfeld nur wenige gerechnet haben. Ein unabsichtlicher Plottwist, der mehr überrascht als jeder Film von M. Night Shyamalan. Damit findet ein mittelmäßiger Abend ein grandioses Herzklopf-Ende.

Fun Facts

  • Nach dem #oscarsowhite-Skandälchen im Vorjahr waren afroamerikanische Casts und Crews diesmal auffällig stark vertreten. Beides nur Zufall?
  • „La La Land“ hatte so viele Nominierungen (14), wie erst zwei andere Filme in der Geschichte der Oscars: „Alles über Eva“ (1950) und „Titanic“ (1997).
  • Damien Chazelle („La La Land“) ist mit 32 Jahren der bis dato jüngste Preisträger in der Kategorie ‚beste Regie‘.
  • Die laut Donald Trump überbewertete Schauspielerin Meryl Streep war 2017 zum 20. Mal nominiert. Unerreicht.

Die besten Tweets aus der Oscar-Nacht

…oder zumindest eine handverlesene Auswahl von Twitter-Perlen

Bonus-Tweet (man beachte das Datum):

Wie fandet ihr die 89. Oscar-Zeremonie?

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